Design of Change - Idea papers

Zukunftstrends, Arbeitspapiere, Ideen & Konzepte für die Zukunft von Arbeit & Menschen.

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Idea Papers, Sabine Hauswirth Unternehmensberatung Rosenheim, Geschäftsmodelle

Warum Kreativität Künstliche Intelligenz schlagen wird

Künstliche Intelligenz und warum Kreativität diese schlagen wird

Wir lesen und hören immer mehr von künstlicher Intelligenz und dem neuen Industriezeitalter ‚Industrie 4.0‘. Doch was bedeutet dieses Zeitalter künstlicher Intelligenz und wie können wir dem durch Kreativität begegnen?

Idea Papers, Sabine Hauswirth Unternehmensberatung Rosenheim, Geschäftsmodelle

Künstliche Intelligenz (KI) und die Kreativität im Zeitalter digitaler Transformation

Zunächst einmal möchte ich kurz Künstliche Intelligenz vorstellen: Künstliche Intelligenz (KI) ist eine Technologie, die das menschliche Gehirn und somit menschliche Entscheidungsstrukturen versucht, nachzubilden. In Konsequenz bedeutet dies, dass KI in Form einer Maschine, eines Roboters, einer Figur in menschlicher Optik, Probleme versteht und bearbeitet und damit wie ein Mensch handelt. Diese neuronalen Netze, die durch künstliche Intelligenz nachgebildet werden, indem sie „denken“ und analysieren quasi wie ein Mensch, werden Probleme lösen, die heute noch von Menschen gelöst werden.

KI ist eine Technologie, die jede bisherige technische Revolution in den Schatten stellt. Sie transfomiert unsere Welt, wie bisher noch nie. Sie wird unser Leben, beruflich wie privat, auf den Kopf stellen, wörtlich genommen.

KI wird, wenn wir uns dieser Technologie, idealerweise auch im Rahmen unseres Innovationsmanagements, nicht stellen, Unternehmen verschwinden lassen, wenn wir nicht aggressiv und adaptiv-situativ genug uns dieser Technologie stellen. Dies bedeutet auch, dass wir uns dieser Technologie so stellen, dass wir sie ins Unternehmen integrieren. Zur Kehrseite komme ich später. Dass Unternehmen, Branchen und somit auch Berufe, immer schneller sich verändern oder gar verschwinden, wird Alltag werden. Dahingehend wird daher auch Ausbildung, Schule, Lernen führen müssen – uns nich mehr nur auf auswendig Gelerntes und unnötige Wissensinhalte zu konzentrieren, sondern unsere Geschwindigkeit im adaptiv-situativen und kognitiven Lernprozess zu lernen und zu trainieren. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, holistisch und nur das zu lernen, was aktuell gebraucht wird. Auch dieser Fakt wird Bildungsträger, Universitäten & Co. vor bisher nicht geahnte Probleme stellen – plötzlich wird neues und tiefes Lernen mit ausschließlich aktuellem Hintergrund erforderlich. Basis-Lernen wird essentiell und alles, was on top kommt, muss sich anhand aktueller Wissensbedarfe ausrichten müssen. Diese sicherlich eher revolutionär ausschauende Meinung wird im Jahr 2030 so normal sein wie heutzutage der Englisch-Unterricht in allen Schulformen.

Lernen lebenslang wird deshalb auch zum Programm. KI wird all jene Jobs, wo Menschen maschinenähnliche und routineähnliche Arbeiten ausführen, die Arbeit übernehmen. Und damit diese Jobs ersetzen. Was dazu führt, dass wir immer schneller switchen müssen – unsere Berufe, unsere Lerninhalte usw.

Wirtschaftsexperten rechnen damit, dass 90 Prozent der Arbeitsplätze zumindest tangiert werden. Fazit: KI betrifft daher uns alle. Wir können KI weder ignorieren, noch einfach so weitermachen wie bisher.

KI ist einer der am schnellsten wachsenden Trend. Dieser Trend ist noch kaum messbar, noch kaum bemerkbar für unser alltägliches Leben – im Hintergrund jedoch revolutioniert sie bereits unser aller Leben.

KI kann Fluch und Segen zugleich sein. Wie alle bisherigen wisschenschaftlichen Errungenschaften wird sie, je nachdem wie wir sie nutzen werden, Positives oder Negatives hervorbringen. Nicht nur der Innovator Elon Musk, sondern auch der bereits verstorbene Stephen Hawkings, haben ihre sehr starken Zweifel geäußert – wenn KI ausser Kontrolle gerät, wird sie die Menschheit und damit uns alle vernichten können.

Doch sprechen wir von den Vorteilen. Denn KI ist da, wird kommen und wird unseren Alltag revolutionieren. Also stellen wir uns dieser Technologie, indem wir sie positiv umsetzen.

Die gute Nachricht: KI wird die Fehlerhäufigkeit menschlichen Tuns aushebeln. Dort, wo höchst analytische Auswertungen erforderlich sind, kann KI eine Chance sein. Dort, wo höchst komplexe, schnelle und präzise Ergebnisse erforderlich sind, beispielsweise in der Heilbehandlung eines Tumors, wo die Intensität von Strahlen höchstkomplex von Physikern berechnet werden muss, kann KI schneller und genauer sein. Kann, muss aber nicht. Wir müssen dennoch ganz klar die Grenzen dieser hochkomplexen Technologie kennen, die auch ihrerseits höchst störanfällig sein kann.

KI geht so weit, dass sie uns nun auch dazu zwingt, das Lernen zu überdenken. Dort, wo bisher in der Schule Auswendiglernen immer wieder Sinn machte, ist zukünftig adaptiv-situatives Lernen sowie ad-hoc und somit an der jeweiligen Aufgabe (TOPIC) zum jeweiligen großen Thema (PHÄNOMEN) orientiertes Lernen erforderlich. Dort, wo Schüler bisher einzelne Bereiche auswendig und oft ohne Realitätsbezug lernten, wird zukünftig holistisches Lernen von Anfang an und Lernen von der Natur erforderlich sein. Zugleich bedeutet dies, nicht nur wieder auf grundsätzliche Skills wie Schreiben von Hand (weil das vom Gehirn besser ‚begriffen‘ wird) zurückzugreifen, sondern auch komplexere Skills wie Lernen von Programmieren, Codieren, Informatik im eigentlichen Sinn zu trainieren und zu lehren. Lernen wird wie im neu reformierten finnischen Schulsystem, dem sogenannten Lernen ausgehend von Phänomenen (phenBL), nach Phänomenen und unterteilt in Topics, erfolgen müssen – weil genau diese Struktur unser Leben immer mehr bestimmen wird: alles ändert sich immer schneller und extremer und wir müssen uns auf die einzelnen Phänomene konzentrieren, darauf situativ eingehen können und jeweilig darin zu lernen. Im eigentlichen Sinne lernen wir Change und Innovation und unsere flexible Anpassung durch lebenslanges und aktuelles Wissen. Für eine Gesellschaft, die vor allem durch Konsum und zunehmende Verdummungsinhalte in TV, Medien und Co. geprägt ist, zunehmend schwer, darauf wirklich gut reagieren zu können. Da dürfen wir uns in Deutschland auch ganz schön ins Zeug legen, wollen wir dem immer mehr auseinanderklaffenden Bildungssystem, das insbesondere darauf gebaut ist, Bildung ökonomisch besser Gestellten Vorteile zu gewähren, etwas entgegenzuhalten. Denn die ökonomische Schere hat in unserer Geschichte schon einmal das hervorgerufen, was wir sicherlich nicht noch einmal hervorrufen wollen. Und so ist denn auch meine Wahrnehmung, dass wir zunehmend ins Mittelmaß versinken und Talente dort nicht abholen, wo es sie gibt. Ob gewollt oder nicht – Fakt ist, dass wir dadurch weit abgehängt werden. Förderung schaut jedenfalls anders aus, und Talente-Förderung darf jedenfalls nicht Elite-Förderung alleine sein.

Meine unterschiedlichen Publikationen zum adaptiv-situativen Training, dem IFG-Training (Innovations-Flexibilitäts-Geschwindigkeits-Training), möchte ich hier nur am Rande erwähnen. Das wird Zukunfts-Skill werden – in einer Konsumwelt jedoch unmöglich, die Essenz und die Beschränkung auf wesentliche Informationen nicht kennt. Auch hier wird ein Umdenken und Umlernen (Breaking-the-Rules; Unlearning) zwingend erforderlich hin zu einem strategischen Reduktionsmanagement für jedermann. Ich nenne mein Konzept für Reduktionsmanagement symbolisch und alltagstauglich daher „Glück ist Knäckebrot“. Der wissenschaftliche Hintergrund ist wie bei einem chemischen Reduktions-Vorgang: aus mehr wird weniger, es wird aus der Umwelt etwas absorbiert und zu weniger, einer Essenz im eigentlichen Sinne, reduziert: Reduktion ist eine Reaktion bei der ein ein- oder mehratomiges Teilchen Ox ein oder mehrere Elektronen aufnimmt. Dabei bildet sich das Teilchen Red: O x + ne− → R e d

Im Zeitalter von KI ist dies übersetzt: das Komplexe zu filtern, Wichtiges zu verinnerlichen, Im Ergebnis eine Vereinfachung herzustellen und so zu einer Lösung zu kommen. Komplexes filtern wir nur durch Reduktion und dem Zurücknehmen von Zuviel.

Hierfür müssen wir lernen, komplexe Fragestellungen in kürzerer Zeit zu bearbeiten. Dies können wir nur, wenn wir der Reizüberflutung entkommen sind. KI wird uns zusätzlich zwingen, unnötige Wissensinhalte erst gar nicht anzueignen – dazu haben wir keinerlei Zeit mehr. Wir kommen um die Essenz von allen möglichen (Lern-)Inhalten nicht mehr herum. Wir müssen also unsere Kinder dazu erziehen im Privaten wie im Öffentlichen Bereich (Schule, Bildung, Institutionelles Lernen), dass sie die Essenz hinter den Dingen erkennen und erzeugen. Dazu gehört insbesondere das Aufgeben von Helikoptertum, Tätschel-Hätschel-Pädagogik, sondern einfach nur Natur-Erfahrung, Selbst-Erfahrung und Selbst-Bestimmung und Gruppen-Arbeiten anstatt Verwaltung. Dies wird uns auch wieder dazu bringen müssen, manche Dinge und Probleme im Try-and-Error-Modus eines Forschers in Aufgaben/TOPICS zu beginnen, dann weiterzuforschen, dann zu analysieren, dann zu filtern und dann zu einem essentiellen Ergebnis zu kommen. Ich habe dies in meiner Entwicklungsformel 1+4= ONE alltagstauglich entwickelt und übersetzt für den regelmäßigen Gebrauch in Unternehmen & Co..

Die Essenz zu erhalten, wird wesentlich sein, um schneller vorwärts zu kommen, ohne dabei auszubrennen. Und dabei zugleich unser Leben in ein Reduktionsmanagement zu bringen – nicht mehr dies und das und das und dies und auch jenes noch zu beachten, zu tun, zu wollen, zu müssen – nein: KI wird uns Menschen dazu zwingen, uns aufs Wesentliche zu konzentrieren, dabei vor allem unsere Kreativität lebenslang zu trainieren, weil das nach wie vor von KI nicht nachgebildet werden kann. Wir werden Kreativität trainieren, diese in Verbindung mit KI einsetzen- um gesund zu überleben und dabei Mensch zu bleiben.

KI kann eine Chance sein – sie wird für viele Wirtschaftszweige eine große Chance darstellen. KI zu stark reglementieren zu wollen, wird Innovation und damit Wachstum für große Wirtschaftsbereiche verhindern. Reglementierung wird dort not-wendig, wo KI ins Desaströse, Destruktive, Manipulative und damit für Mensch, Wirtschaft und Gesellschaft zerstörerisch wirken wird.

KI wird zukünftig folgende Bereiche stark beeinflussen und positiv unterstützen:

  • Unterstützung in der Altenpflege
  • Unterstützung im medizinischen Bereich
  • Unterstützung in der (öffentlichen) Verwaltung
  • Unterstützung im Sport (z.B. für Schiedsrichter)
  • Unterstützung im Deep Learning (Weiterbildungs-Sektor)
  • Unterstützung im Bereich HR/Personalabteilungen
  • Unterstützung in vielen analytischen Bereichen (z.B. juristische Recherche für Rechtsanwälte, Finanzanalysen usw.)

ABER: wenn wir uns durch KI diktieren lassen, geben wir Kontrolle aus der Hand. KI wird aktuell bereits massiv von China und den USA eingesetzt. Europa steht noch etwas dahinter. Dies ist sicherlich auch gut so – dies ist zugleich eine Chance für Europa, KI einen Stellenwert im positiven Sinn mit entsprechender Reglementierung und Werte-Verbindung zu verhelfen.

Eines dürfen wir in dem Zusammenhang endlich erkennen: eine der wesentlichen Zukunfts-Skills von Mitarbeitern werden genau wegen des Hintergrunds KI folgende Skills sein:

  • Kreativität und damit einhergehend Ideen- und Einfallsreichtum sowie Flexibilität und schnellere Reaktionsgeschwindigkeit
  • Problemlösung komplexer Fragestellungen
  • Empathie und soziale Kompetenz

Dies kann man schon seit Jahren beim World Economic Forum nachlesen, wenn man sich für Zukunftsforschung interessiert. Dies ist also nichts Neues, was ich hier schreibe.

In Konsequenz bedeutet dies Wissensvermittlung für neue Technologien wie KI, gleichwertig neben Herzensbildung und Kreativitätsförderung. Beginnend in Elternhäusern, der Schule, fortgesetzt in den Unternehmen – lebenslang. Ich setze mich nunmehr seit fast 4 Jahrzehnten für die Bildung der Kreativität ein – weil sie nachweislich auch noch andere positive Faktoren mit sich bringt ausser Einfallsreichtum und Flexibilität. Dass ich dabei immer nur belächelt wurde, nehme ich einfach wie alles Andere an Reaktionen hin und lächle dann einfach in mich hinein – denn wer zuletzt lacht…… Kreative Eigenschaften werden zukünftig mehr denn je benötigt – Kreativitätstraining wird heutzutage ganz einfach nicht mehr belächelt noch stiefmütterlich behandelt werden können. Es wird zwingender Bestandteil in Wirtschaft und Gesellschaft sein müssen, wollen wir als Menschen überleben im Zeitalter von KI und damit im Zeitalter von Industrie 4.0. Da KI ein hochkomplexes Thema ist, und so wie es Elon Musk auch aktuell wieder einmal betonte, sehr störanfällig, was wiederum zu enormen Kosten führt, werden wir als Menschen nicht umhinkönnen, uns selbst so gut aufzustellen, dass WIR MENSCHEN es sind, die das Zeitalter von Industrie 4.0 mit unserer Kreativität und Flexibilität steuern und in die Hand nehmen. Daraus entsteht die Fähigkeit, wie im Fußball schnell umzuschalten oder übersetzt: schnell in die adaptiv-situative Anpassungsfähigkeit zu gelangen, was nichts Anderes ist wie evolutionäre Anpassung. Somit können wir echt gestalten, anstatt zu funktionieren oder nur zu reagieren.

Diese Fähigkeiten erlangen wir allerding nur, wenn wir Reduktions-Management in unser Leben einbringen. Dauer-Stress und Dauer-Funktionieren setzen nicht nur unseren Verstand aus und bringen Fehlerhäufigkeit und im schlimmsten Fall Chaos, sondern lassen auch keinerlei Flow, was u.a. Voraussetzung für Kreativität und Einfallsreichtum ist. Ich nenne dieses Reduktionsmanagement symbolisch ‚Glück ist Knäckebrot‘.

Als Fazit zu meinen Thesen sage ich: wir benötigen konsequentes und strategisches Innovationsmanagement, das nicht ausschließlich betriebswirtschaftliche Komponenten beinhaltet. So wie ich Innovationsmanagement definiere, gehört der Mensch in den Mittelpunkt dieses Kern-Themas gestellt, indem er sich laufend entwickeln kann, um den Change selbst aktiv mitzugestalten. Die Rahmenbedingungen sind auch hier wir vorgenannt: mit einem entsprechenden Reduktionsmanagement, das bestenfalls auch das Lifelong Work Szenario im Auge behält und dementsprechende Lifetime Modelle als Arbeitsmodelle anbietet. KI wird dann zur Begleiterscheinung und bestenfalls ein gutes Hilfsmittel für den Menschen.

 

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Idea Papers, Sabine Hauswirth Unternehmensberatung Rosenheim, Geschäftsmodelle

Strategische Resilienz entwickeln

L.E.E.R.E. als Formel für Reduktion und strategische Resilienz

Warum wir Reduktion in unseren Alltag bringen sollten und wie L.E.E.R.E. dazu dienen kann, dies strategisch und systematisch zu trainieren.

Unternehmensberatung, Unternehmensberatung Rosenheim, Sabine Hauswirth Entwicklungen, Innovation

L.E.E.R.E. als Erfolgsformel für Motivation und erfülltes Leben – durch strategische Reduktion

Vor einigen Jahren entwickelte ich eine Erfolgsformel für strategische Reduktion. Diese ist für mich eine grundlegende Haltung und Training zugleich, um Resilienz strategisch im Alltag zu entwickeln. Diese Resilienz ist mehr denn je erforderlich, da wir als Menschen beginnen, uns zu verlieren. Aber es gibt einige Möglichkeiten, wenn wir achtsam bleiben und uns um unsere eigentlichen systemimmanenten Kenntnisse bringen.

Zu der (Lebens-)Zeit entwickelte ich alle die Dinge, die ich heute für Strategieberatung nutze: Reduktions-Strategien & Lifetime Modelle für Lebensgestaltung und alternative Altersvorsorge, Kreativitätstrainings für Innovationskultur und vieles anderes mehr. Diese Formel „L.E.E.R.E.“ veröffentlichte ich in einem knappen Blog-Beitrag, den ich heute wieder aufgreifen mag. Den Blog gibt es nicht mehr – ich habe ihn aus Sicherheitsgründen geschlossen, die meisten Blog-Beiträge stehen aber zur Veröffentlichung an. Wie definieren wir Erfolg? Die vielen Glücks- und Erfolgs-Ratgeber sowie Positiv-Denkens-Bücher und ach ja, auch die vielen Events, Vorträge zu dem Thema Erfolg – ich kann es manchmal schon nicht mehr hören und lesen.

Denn was ist Erfolg und was ist Glück? Und vor allem: kommen wir wirklich dorthin, wenn wir uns kuschelig-warm das Ergebnis vorstellen und er-träumen?

Selbst wenn tausende von Erfolgs-Bestseller hier immer wieder dazu auffordern inklusive der 4-Stunden-Woche von Tim Ferries: mich würde interessieren, wenn man eine Erhebung machen würde, wieviel der Millionen Leser dann auch das umsetzen konnten, was da stand, in Prozent – das wäre doch einmal hochinteressant. Doch eines ist sicher: es sind sicherlich vor allem die Autoren, die erfolg-reich wurden. Wenn man/frau hier nicht standhaft bleibt, macht man/frau den Quatsch dann auch noch mit.

Du kommst aus der Buchhandlung und meinst, das ganze Leben besteht nur aus Diät, Schönheit, Power & Erfolg. Also ich ess jetzt erst mal was.

Ach ja, und dann noch die ganzen Chakka- und Positiv-Denken-Ratgeber. Nö, funktioniert nicht. Wirklich, so richtig unrealistisch.

Ich bin ja Fan von Selbst-Coaching oder zumindest ganz kurzen Coachings. Es braucht nicht immer 20 Stunden, um etwas zu klären. Das muss auch kürzer gehen. Und im übrigen ist auch gar nicht fundiert gesichert, ob Coaching überhaupt funktioniert. [1]

Ich bin ja eher ein Fan vom TUN und AUSPROBIEREN. Und sich AUF DEN WEG MACHEN. Und wer gar kein Coaching mag, kann hier einmal wieder Impulse erhalten für Lebens-Gestaltung. Ich definiere ERFOLG vollkommen anders als die herkömmlichen ZIEL-Erreichungs-, GLÜCKS-Gefühls- und REICHTUMS-Macher-Konzepte.

Denn so sind Konzepte immer auch nur Modelle – da jeder Mensch individuell ist. Aber Modelle können Impulse und eine Art von Schablone geben (ich nenne das in meinen Unternehmens-Beratungen für solche Konzepte „Design on Frame“, also der Rahmen wird beraten und das Ausfüllen muss das Unternehmen machen), und die Schablone wird von jedem selbst individuell ausgemalt, gefüllt.

Ich bin nur Fan von Schablonen, wenn sie dann anschließend wirklich von jedem individuell gestaltet und ausgefüllt werden können. Da jeder Mensch auf seine Weise einzigartig ist.

Die vielen Schablonen um uns herum bieten weder Identität noch Authentizität. Und dadurch keine echte Gemeinschaft, Bindungs- & Wertekultu. Und damit auch keine Innovationskultur. Erfolg wird nach wie vor an Umsatzzahlen, Renditen, Return on Invest usw. gemessen. Doch wie bewerten wir Mitarbeiter-Zufriedenheit in Verbindung mit Unternehmens-Erfolg?

Ich persönlich denke, Erfolg ist LEBEN GELINGEN LASSEN – mit Schwierigkeiten und Krisen gut umgehen lernen, mit Chancen ebenso, mit Menschen gut in Beziehung zu kommen (was auch Abgrenzen lernen bedeutet) und vieles anderes mehr. Und Leben als Ent-wicklung und Hinein-WACHSEN zu be-greifen. Dies wird gerade in Unternehmen zunehmend wichtiger – wenn bisher noch vieles über Funktionieren machbar war, wird zukünftig Mensch-Sein und Empathie mit Kreativität, Einfallsreichtum und Innovationshaltung relevant für Wachstum sein. Wo das nicht vorhanden ist, weil bisher weder in Kindheit noch Jugend geschweige denn später trainiert und entwickelt wurde, muss dies dann als Entwicklungs-Zeit im Unternehmen oder in der Freizeit nachgeholt werden.

Entwicklung benötigt also Zeit. Denn Entwicklung ist immer Persönlichkeits-Entwicklung. Dazu gehören Zeit, entsprechende Rahmenbedingungen und eine sinnvolle Leitkultur in Gesellschaft und Unternehmen. Das, was bisher in unserem Schulsystem sträflich vernachlässigt wurde, ist genau das, was jetzt immer mehr offensichtlich wird in Gesellschaft und Wirtschaft: es fehlt Innovationskultur an allen Ecken und Enden. – anstatt reines Wissen eingetrichtert zu bekommen, müssten Entwicklung, Innovations-Training und Kreativität von Anfang an trainiert werden. Und zugleich Non-Konformismus. Denn Konformismus und Angepassheit schließen Innovation und Mut aus. Beides wird immer dringender benötigt in Deutschland.

Wie sehe ich die Grundlage für ein solches Training?

Zuallererst benötigt es REDUKTION in allen Bereichen. Reduktion, die Fülle schafft. Reduktion, die Mangeldenken nicht zulässt und anstatt dessen den Menschen wieder auf sich zurückwerfen lässt – in Achtsamkeit und der Konfrontation mit dem eigenen Mensch-Sein. Dabei gilt es auch, den blinden Fleck, den jeder Mensch hat, zunehmend zu verringern hin zu einer Authentizität, die sowohl Gesellschaft als auch Unternehmen benötigen.

REDUKTION heißt dabei nicht, wenig zu tun oder nur noch Pausen machen, sondern eine strategische Vorgehensweise, immer wieder die LEERE zuzulassen und in den Alltag einzubauen. Die Natur mag kein Vakuum – und füllt Vakuum/Leere.

Aus diesem Naturprinzip gebe ich hier eine Erfolgsformel aus dem Jahr 2014 nochmals bekannt, wonach meiner Meinung nach nur aus dem REDUKTIONS-Prinzip heraus gute Ideen entstehen.

Denn all die Glücks-Ratgeber befolgen meiner Meinung nach nicht, dass gerade durch dieses sich „Glücklich-Denken“ eine wissenschaftlich erwiesene Senkung des Energie-Niveaus aufgrund gesunkenen Blutdruckes entsteht und dadurch der Antrieb für das, was man sich als ZIEL „er-träumt“ hatte, fehlt.[2]Auch hier brauchen wir ein „Re-Thinking“ und „Zukunft neu Denken“ , wie ich es seit Jahren schreibe. Wenn wir immer mehr in den Schlummer-Träum-Schlaf verfallen, kommen wir bald gar nicht mehr hoch – also sozusagen aus der hedonistischen Dauer-Funktionieren-Tretmühle hinein in die Träum-Spirale eines erwünschten Lebens und somit in die nächste Tretmühle. Ein Kreislauf, der irgendwann vollends ins Nichts führt.

Wir benötigen natürlich eine Vision (also Vorstellung davon, was wir uns wünschen, gerade ich bin Fan von Visions-Arbeit) und ein Ziel. Aber der Weg dorthin sollte realistisch sein und realisierbar und planbar sein – am besten strategisch.

Das Fatale an unserer überladenen Zeit ist – auf der einen Seite benötigen wir Leistungsfähigkeit, auf der anderen Seite etwas gegen Stress und Burnout und für Entschleunigung – und wenn man zuviel von dem Einen hat, wird das Andere zu kurz kommen und deshalb: Reduktion – ist nichts anderes, als die Dinge in BALANCE bringen. Das beginnt mit Digital-Diät und hört generell mit Stress-Diät („Glück ist Knäckebrot“) auf.

Balance fehlt zunehmend in Gesellschaftspolitik, Unternehmen, Schulen und Bildungs-Einrichtungen. Und dies wird sich rächen – davon gehe ich aus. Aber die sogenannten „Caring-Companies“, also Unternehmen, die sich stark für Mitarbeiterförderung machen, werden dies auffangen und auffangen müssen, um erfolgreich bestehen zu können.

  1. Bewegung/Aktiv-Sein,
  2. Pausen/Entschleunigung,
  3. Erneuerung/Re-Kreation/Innovation,
  4. Wissen/Bildung
  5. Natur

Das gilt auch für Eltern, wie ich finde: man kann Kinder auch übererziehen und sie vollstopfen und zu-helikoptern, anstatt sie einfach forschen zu lassen und ihre Neugier befriedigen zu lassen draußen in der Natur sowie ihrem Bewegungs-Drang (fürs Be-Wegen von Etwas immer hilfreich) nach-zu-gehen.

Ich genoss neben der Schule zwar Sport und Musikunterricht, freiwillig begonnen und beendet – aber weder vollgestopfte Timetables für Erziehung in Kunst,Musik-Theorie,Philosophie & Co. noch sonstige elterlich dirigierte Optimierungs-Szenarien spielten sich da ab. Sondern das Stapfen im Bach,Klettern in Bäumen. Das führte zu sehr viel mehr – und wiederholt sich bis heute. Mit entsprechenden Einfällen, Einfallsreichtum und anschließender Umsetzung. Dahin sollten wir alle etwas umdenken – natürlich werden. Planung kommt früh genug.[3]

Auch Intuition – ganz wichtig, denn ohne die geht es nicht. Aber auch die benötigt eine anschließende Strategie und einen Plan. Da die meisten aber zunächst den Plan machen und dann erst mal gar nix, gehen viele Dinge schief. Oder aber auch die Perfektion – ich rate immer wieder davon ab. Denn wer perfektionistisch ist, wagt den ersten Schritt niemals.

Anstatt der Glücks- und Chakka-Versprechen in vielen Büchern rate ich, einfach auch realistisch zu bleiben. Denn auch wenn die 4-Stunden-Woche vorgaukelt, es ginge ganz leicht ohne arbeiten, da kann ich nur sagen: von nix kommt nix. Und Träumen tu ich erst wieder heute Nacht. Das ist dann ungefähr so, wie wenn man Zukunft vorhersagt – Illusionen werden schnell erzeugt und daher halte ich es mit dem TUN, AUSPROBIEREN, SCHEITERN, NEU BEGINNEN, FEILEN, NOCHMALS PROBIEREN. Denn die Zukunft liegt irgendwo. Aber Gegenwart ist all-gegenwärtig – und in der können wir die Zukunft be-wegen. Durch Beginnen.

So sind auch alle meine Konzepte und Modelle, die ich entwickelte, reine MODELLE, die aber immer eines beinhalten: TUN, AUSPROBIEREN, LOSLASSEN WAS NICHT FUNKTIONIERT, SICH ENTWICKELN, WACHSEN AN IRRTÜMERN usw. Sie bedeuten Arbeit. Und das kontinuierlich, weil sie sonst nicht funktionieren. Konkret: Entwicklungs-Zeit.

Die Ausbildung im Rahmen des Innovationsmanagements, das sich hieraus bildete und modular einsetzbar ist, beinhaltet vor allem eines – praktische Workshops.

Der Ansatz für Entwicklung kann also Leere sein. Leere, die sinn-voll gefüllt wird.

Mein Ansatz ist: das L.E.E.R.E.©-Prinzip als Grundlage nehmen, dann in die Visions/Ziel-Arbeit gehen mit einem entsprechenden Motto-Ziel, das immer wieder mit dem Adaptiv-Unbewussten verbunden wird, und sich dann auf den Weg machen. Nicht warten, bis irgendetwas passiert – sondern sich auf den Weg machen. TUN. Dies ist der

Hier also die Formel als Impuls für Selbstcoaching und ggfs. anschließendes Weiterlesen auf meinen Webseiten. Die Formel dient sowohl im Kleinen wie auch im Großen: also auch kleine Entscheidungen, die man zu treffen hat oder Projekte, die man angehen mag. Es beginnt immer mit einem „Loslassen“ – was nichts anderes als eine Wegegabelung und Entscheidung für oder gegen Etwas ist.

Reduktion umsetzen bedeutet LEERE zulassen, um Neues zu schaffen! – Die Reduktions-Strategie für Effizienz, Wohlbefinden und Erfolg.

L.E.E.R.E.© – Entwickelt von Sabine Hauswirth –

L- oslassen von Unnötigem, Ärgerlichem, Ballast, Druck, Nicht-Funktionierendem (ggfs. unter Zuhilfenahme von WOOP/Mentales Kontrastieren, Oettingen, Wenn-Dann-Plänen, Oettingen & Gollwitzer/ ZRM-Training, Storch & Krause, Natur-Kinetik & Walk-the-Talk als Unterstützung für „Etwas Be-Wegen“ im Sinne des Rubikon-Modells nach GRAWE (1998), Embodiment nach ZRM® Storch/Krause, Hauswirth)

E– nergie konzentrieren auf das Wesentliche und auf das, was Spaß und Leidenschaft bringt – bei gleichzeitigem Realitäts-Bezug (Zukunfts-Gegenwarts-Abgleich: was ist Träumen anstelle Vision/Ziel, was ist machbar, was nicht, ggfs. unter Zuhilfenahme von WOOP/Mentales Kontrastieren, Oettingen, Wenn-Dann-Plänen, Oettingen & Gollwitzer/ ZRM-Training, Storch & Krause, Designyourselfconcepts / Satellite-Core-Modell, Hauswirth)

E– rneuerung = Innovation/Change als Umsetzung des Wunsches/Vision/Ziel (hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, fürs Selbstcoaching habe ich einen Visions-Workshop geschrieben)

R– eduktion als Grundlage für Veränderung (Rahmenbedingungen für Umsetzung schaffen, „Glück ist Knäckebrot“ als Prinzip, Hauswirth)

E– rfolg als Konsequenz von Leere/Vakuum und Reduktion (Persönliche Erfolgs-Definition machen, Erfolgs-Ziele in TOPICS beschreiben, kleine Schritte sind auch Schritte und (Teil-/Ziel)

Diese Formel kann als Grundlage und Handlungsanweisung fürs Selbstcoaching, privat oder im Unternehmen, angewendet werden. Voraussetzung ist lediglich, sich mit WOOP/Mentales Kontrastieren beschäftigt zu haben. Ich arbeite seit längerem nach dem in einem Grundlagen-Seminar des Instituts von Maja Storch erlernten ZRM-Prinzips, wo alle vorbenannten Methoden integriert sind. Daraus entstand dann L.E.E.R.E. als Rahmen-Methode für Selbst-Coaching. Relevant hierbei ist, alle anderen Punkte selbst zu ‚füllen‘, also sowohl sich sein eigenes L. + E. + E. + R. + E. aufzuschreiben und dann durchzuführen. Im Innovations-Management-Programm wird das als Grundlage für den Rahmen geschaffen, innerhalb dem dann ein Unternehmen Mitarbeiter für Innovationskultur vorbereiten, begeistern und dann trainieren kann. Grundlage MUSS REDUKTION sein. L.E.E.R.E. kann die Grundlage dafür schaffen.

In einem weiteren Artikel werde ich die Entwicklungs-Stationen 1 + 4 = ONE beschreiben, die im Unternehmen angeboten werden können, wo mit allen Sinnen gezielt die Entwicklung von Einfallsreichtum und somit Innovations-Haltung und im weiteren Sinne Innovation im Unternehmen trainiert und gestaltet werden kann.[4]

(Artikel erstmalig in veränderter Form erschienen am 10.06.2017 bei Huffington Post mit dem Titel L.E.E.R.E. als Erfolgsformel für gelingendes Leben)

Die 1+4=ONE Stationen können jederzeit in den eigenen privaten und beruflichen Alltag integriert werden. Unsere Sinne einzusetzen und sie damit auch zu trainieren, ist mehr denn je notwendig, je mehr uns Krisen, Negativ-Schlagzeilen, digitale Transformation überfordern.

#explore sabine-hauswirth.com #read Glück ist Knäckebrot, Die Stressdiät – Reduktion als Prinzip Link

#watch alle Fotos & PhotoGraphics zum Artikel: Sabine Hauswirth (außer: junger Mann im Digital Detox Modus/fotolia, Autoreifen mit dem Zukunfts-Zitat Sabine/fotolia;) Fotoshooting: Julia Sanftl/Anita Windsberger; Sabine trägt einen ihrer Upcycling-Fashion-Prototypen/Tracht in die moderne Zeit übersetzt; Fotografie by Sabine Hauswirth Lichtscheune.de

#feel & #develop Anfrage für Seminar-Module zum Thema Training für Innovationskultur, Change & Creativity unter +49 (0)8031 3046700

Quellen:

[1] Albert Bandura, „Self-Efficacy: Toward a Unifying Theory of Behavioural Change”, in: Psychological Review, 84 (1977), S. 191 ff.; aus: Gabriele Oettingen, “Psychologie des Gelingens”

[2]wissenschaftlich belegt: Gabriele Oettingen „Re-Thinking Positive Thinking“, aus: „Die Psychologie des Gelingens“

[3] Sieh hierzu ausführlich: Wahl, D. (1991), Handeln unter Druck. Der weite Weg vom Wissen zum Handeln bei Lehrern, Hochschullehrern und Erwachsenenbildnern, Deutscher Studienverlag, Weinheim. Sowie: Wahl, D. (2001) Nachhaltige Wege vom Wissen zum Handeln. Beiträge zur Lehrerbildung, 19

[4] Entwicklungs-Stationen zum Satellite-Core-Modell: 1+4=ONE, Das Satellite-Core-Modell, Lichtscheune Media & Management, Sabine Hauswirth

 

 

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Innovation, Leadership & Zukunftsdenken

Innovation, Leadership und Zukunfts-Denken

Innovation, Leadership und Zukunfts-Denken

Wer den Zugang zu seinem Inneren erreicht hat, kann damit aus der Kraft der eigenen Stärke schöpfen. Die Kraft der eigenen Stärke erwächst ausschließlich aus dem Adaptiv Unbewussten. Aus dem Adaptiv-Unbewussten entstehen Leadership, Kreativität, Vision und Innovation. Sie erwächst nicht aus dem Verstand, weil der Verstand nachweislich begrenzt ist. Der Verstand ist das, was wir kognitiv erfasst und abgespeichert haben, der Verstand ist aber definitiv nicht unser Selbst. Im Verstand verwurzelt sind Management und Strategie, Präzision, Rechnen und Sachlichkeit.

Doch hieraus wächst keine echte Leadership-Qualität. Dies wird nach wie vor insbesondere in konservativen Unternehmens-Strukturen gelebt. Doch ohne Vision, Intuition, Kreativität – kein Wachstum der Zukunft. Und die stammt aus dem adaptiv Unbewussten. Weil die Geschwindigkeit in Industrie 4.0 immer schneller wird und Strategie alleine zu langsam ist, um das zu bewältigen, wird die schnellere Vorgehensweise benötigt – alle Innovatoren machen das ja schon lange vor: Jeff Bezos von AMAZON, Elon Musk von TESLA und schon vor Jahrzehnten Bill Gates von MICROSOFT und Steve Jobs von APPLE. Vision und Unbewusstes VOR Verstand = Strategie. Auch Albert Einstein hatte hierzu seine Ausführungen.

Das ist das gleiche wie mit Zeitmanagement, oder Arbeiten mit dem inneren Schweinehund – das funktioniert nicht, weil es den verkehrten Ansatz anbietet: Verstand anstatt Adaptiv-Unbewusstes. Und ist somit höchst-ineffizient in Zeiten immer schneller Veränderungen und damit einhergehender Veränderungs-Geschwindigkeiten, die bestehende Systeme zunehmend in Bedrängnis bringen.

Zukünftige Leadership-Qualität erfordert also integrationsstarke Persönlichkeiten, die Empathie, Vision, Kreativität mit Strategischem Denken verbinden können.Verstand ist daher nicht Grundlage von Leadership und genau aus diesem Missverständnis heraus entstehen oft Besetzung von Führungspositionen, die Empathie und Einfühlungsvermögen sowie Innovationsdenken und Kreativität vermissen lassen, weil ausschließlich der Verstand regiert. Leadership, so wie ich das sehe und viele andere kluge Leute auch, entsteht ausschließlich aus einem integrationsstarken Selbst, also aus der Verbindung von Adaptiv-Unbewussten in Zusammenarbeit mit dem Verstand, und zwar in einem Top-Down-Ansatz, also zuallererst das Adaptiv-Unbewusste, erst danach Zuschaltung der Logik.

Ich bin noch in einer Generation beruflich groß geworden, wo genau diese Fähigkeiten mehr als verpönt und alles andere als erwünscht war. Das Nachkriegs-Deutschland spielte hier sicherlich noch eine große, negative Rolle. Doch das wird sich nachhaltig für Deutschland rächen, wenn hier nicht großflächig sich etwas ändert. Denn dort, wo Leadership entsteht, nämlich im adaptiv-Unbewussten, entsteht auch die Innovation und Vision. Und die brauchen wir wie nie zuvor.

In einer Zeit, wo Change in einer überdimensional schnellen Zeitspanne passiert, kann Strategie alleine gar nicht mehr hinterherkommen. Sie braucht einfach zu lange Zeit, bis sie erst einmal ausgedacht und fertig konstruiert ist. Wenn dann außerdem Leadership falsch interpretiert wurde und ausschließlich über den Verstand besetzt wird, können zukünftige Führungsaufgaben erst recht nicht mehr bewältigt werden: denn es braucht zunehmend Visionäre, Innovatoren und Zukunfts-Denker als Lenker und Leader.

Auch viele Unternehmensberatungen werden daher in ihrer rein strategisch ausgerichteten Beratungsweise den Anforderungen im Zeitalter Industrie 4.0 nicht mehr gerecht werden können. Denn schneller und höchst-effizient ist das adaptiv-Unbewusste, und durch diese Reihenfolge wird sehr viel effizienter erst nachträglich der Verstand und damit die Strategie eingesetzt. Deshalb geht mein Ansatz auch in eine vollkommen andere Richtung: die Mitarbeiter auf Innovationsdenken, Flexibilität und Geschwindigkeit (IFG) hin zu trainineren, um beispielsweise einen eigenen Corporate Think Tank oder Ähnliches zu bilden, um dann die Innovation AUS DEM UNTERNEHMEN heraus zu bilden und schnell adaptiv-situativ auch Geschäftsmodelle, Produkte, Dienstleistungen, Work Flows oder was auch immer Anpassungsbedarf hat, anzupassen. Das heißt also, vernetzes Denken (also adaptiv-Unbewusstes mit Logik und anderen Bereichen unseres Gehirnes) zu trainieren ist die Grundlage zukünftiger nachhaltiger Weiterbildungsmaßnahmen von Mitarbeitern. 

Und der Verstand ist notwendig, um Dinge und Situationen zu analysieren, um zu rechnen, langfristig zu planen oder sicherzustellen, dass in manchen Bereichen Strategien erstellt werden. Auch ist er notwendig, um technische Errungenschaften weiterzuentwickeln, die allesamt auch der Innovation unterliegen. Unser Selbst jedoch ist unser Unbewusstes und deshalb sind wir Menschen auch einzigartig. Weil jeder Mensch ein eigenes Unbewusstes und ein eigenes Selbst hat. Aus unserem Unbewussten entstehen auch unsere Absichten, unsere Ziele für unser Leben, unsere Visionen. Absichten oder Intentionen sind deshalb wichtig, weil sie bestimmte Momente des Lebens verknüpfen und Handlungen des Jetzt mit Handlungen des unmittelbar nächsten Moments verbinden.

Also aus einer Kurzfristigkeit (JETZT) in eine Langfristigkeit(ZUKUNFT) münden. Intentionen sind somit eine fortgeschrittene Impulssteuerung und sind wichtig gegen vorschnelle Reaktionen. Das Entwickeln von Intention/Ziel/Vision kann aber nur aus unserem Selbst entstehen. Das heißt im Umkehrschluss, Leadership rein auf Vernunftebene basierend ohne Ausschöpfen des Adaptiv-Unbewussten, ist dann ausschließlich Management und es fehlen Vision und Innovation. Und genau deshalb setzt echtes Leadership NICHT ausschließlich im Management an, denn Management und Strategie sind nur dem sogenannten ‚kalten System‘, dem Verstand, zugeordnet.

Deshalb ist Leadership aus einem integrationsstarken Selbst Führungsstärke, die weder aufoktroyiert, also von außen aufgestülpt, noch nachgeeifert oder kopiert werden kann. Aus diesem Prozess, aus dem Prozess des Adaptiv Unbewussten heraus entsteht dann auch Innovation. Es ist die Verbindung von Intention mit antizipiertem Denken, also Zukunfts-Denken und vorausschauendes Nach-Vorne-Blicken. Ich sage da gerne immer, weil ich Fußballfan bin und Mutter zweier erwachsener Fußballspieler – Futurethinking ist wie Fußball: Du überlegst, wo Dein Ball logischerweise landen musst. Und das überlegen heißt hier: zunächst adaptiv-situativ, dann die Logik.

Um es ins Fußballerische bildhaft zu übertragen: kein Fußballspieler dieser Welt nutzt zuerst seinen Verstand – ohne adaptiv-Unbewusstes kann der gar kein Tor schießen.Wer so sein Selbst also “angefeuert“ hat, wird automatisch zu den entsprechenden kognitiven Steuerungselementen geführt. Es sind diese vermeintlichen“ Zufälle“ des Lebens, die dann erscheinen, die aber letztendlich nichts anderes sind als das Erkennen der zu einem passenden Informationen im Außen.

Auch das entsteht in einer Leadership-Qualität, die die Zukunft und Innovation des Unternehmens im Auge haben will. Und genau diese Zukunfts-Qualität braucht es, wenn Unternehmen überleben und den Herausforderungen im Zeitalter digitaler Transformation bestehen wollen. Denn viele haben die Möglichkeiten, aber auch Herausforderungen durch die Künstliche Intelligenz noch nicht erkannt: hier werden viele bisherige Berufe, die rein analytisch-logisch sind, also auf den Verstand beruhen, ersetzt.

Was bleibt und zunehmend erforderlich wird, jedoch sind Kreativität und Innovations’denken‘, weil das noch nicht durch Künstliche Intelligenz (AI) geleistet werden kann.

Kreativität & Innovation in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz wird die Schlagkraft zukünftiger Unternehmens-Stärke und entsprechend Wachstum ausmachen.Denn das ist Zukunftsdenken und somit auch Leadership im eigentlichen Sinne. Neuschöpfung (Re-Creation) und Innovation entstehen in einem achtsamen Moment. Fast spielerisch. Erholung (Re-Creation) entsteht nicht durch Funktionieren & Technik. Erholung entsteht durch Spiel, Humor, kreatives Sein. Dies alles entsteht in unserer rechten Hirnhälfte.

Durch Pausen machen, Smart Work statt Hard Work, Zustand von Präsenz, Nicht-Urteilen(Fokusblick ist Enge).

So entsteht Neuschöpfung. Neuschöpfung ist Innovation. Und Innovation ist Evolution.Und dies als Leader zu wissen, zu kennen und zu berücksichtigen als Rahmenbedingungen für New Work wird den Leader und somit Wachstum 4.0 ausmachen.

Wer also den Herausforderungen dieser Zeit, sei es in der Wirtschaft oder in der Politik, gewachsen sein möchte, benötigt Zugang zum Selbst und erhält dadurch Leadership-Qualität der Zukunft als Leadership 4.0:

  1. Innovationsdenken
  2. kreative Ideen
  3. Empathie und soziales Handeln
  4. höchste Konzentration
  5. Effizienz im Gehirn
  6. die richtigen Entscheidungen
  7. Klarheit und Wesentlichkeit
  8. Wohlbefinden und Flow
  9. Integration von Körper Geist Seele

Es gäbe sicherlich vieles noch an zusätzlichen Qualitäten hinzuzufügen. Aber die kann man sich dann einfach auch entwickeln. So wie jeder Mensch einzigartig ist, so kann jeder Mensch authentisch und einzigartig die eigene Leadership-Qualität entwickeln. Am besten aus dem adaptiv-Unbewussten, da dies effizienter und innovativer ist.Wir schaffen es in Deutschland, wenn Umdenken erfolgt, und wir den Innovations-Vorsprung und Reformbedarf, den es braucht, auch schaffen – denn ohne Vision und Innovation in geistiger, nicht nur technisch-linear ausgerichteten Leadership-Qualität, wird es nicht mehr funktionieren.

(Dieser Artikel wurde in ähnlicher Form erstmalig veröffentlicht 2016 bei Huffington Post und 2017 bei Linkedin)

Idea Papers, Sabine Hauswirth Unternehmensberatung Rosenheim, Geschäftsmodelle, Business Development

Potenzialentwicklung fördern

Potenziale sind die Schatzkiste im Menschen. Das sehe ich als eine der wesentlichen Zukunftsaufgaben von Unternehmen, wenn sie Mitarbeiter nicht nur kreativ fördern, sondern in ihrer Resilienz sowie in der Innovationskraft stärken wollen. 

Diese Schatzkiste zu heben, fällt nicht jeder/m leicht. Meine Einschätzung ist die als Zukunftstrend: je mehr Unternehmen Unterstützung anbieten, das Potenzial von Mitarbeitern zu entwickeln, umso mehr entwickelt sich dadurch ein gemeinsames Unternehmenspotenzial.

Dieses Potenzial kann in seiner Interdependenz mittel- bis langfristig sogar einen eigenen Corporate Think Tank bilden, und so die laufende Innovation innerhalb des Unternehmens generieren.

Meine These darüber hinaus ist, dass solch aufgestellte Unternehmen dann keinerlei von außen kommende Unternehmensberatung benötigt, im Gegenteil. Solche Unternehmen sind um Längen in ihrer Entwicklung gegenüber den Unternehmen voraus, die dann immer noch Unternehmensberatung benötigen, da diese oft nicht den Mitarbeiter im Unternehmen einbezieht.

Die Zukunft im Zeitalter digitaler Transformation gehört dem Heben der Schatzkiste und dem Treasure Value, so nenne ich diesen Wert, der das eigentliche Kapital im Unternehmen darstellt und für eines sorgen wird: Wachstum 4.0.
Wachstum, das aus wertgeschätztem Potenzial geschrieben wird.

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Wo entsteht Innovation im Menschen?

Woher kommt eigentlich die Innovation?

Wir sprechen von Innovation, wissen aber meistens gar nicht, wie sie in uns Menschen entsteht und wie sie funktioniert. In diesem Beitrag soll aufgezeigt werden, wie Innovation in uns Menschen entstehen kann.

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Krisen wie Corona-Virus-Krise lösen Problemstellungen mit komplexer Herausforderung aus. Deshalb werden zunehmend holistische und generalistische Lösungsansätze benötigt, die neben analytischen Problemlösungen Themen wie Motivation, Veränderungs-Prozesse sowie Zielerreichung kennen. Doch nie war das Thema Innovation so erforderlich wie jetzt.

Denn in Zukunft geht es immer mehr darum, was nicht mehr funktioniert und was nun anders oder neu gemacht werden muss. Dazu benötigen wir zunehmend die Identifizierung von Zielen, weil Komplexität insbesondere mehrfache Ziel-Identifizierungen auslösen kann. Dementsprechend benötigen wir das Wissen, wie Ziele entstehen und erreicht werden. Darüber hinaus müssen wir die Struktur-Abfolge wissen, wie und wo die Innovation entsteht, um innovative Prozesse auch anstoßen zu können. Dies bedeutet auch, die Rahmenbedingungen dafür zu kennen. Eines ist sicher: weder im Dauer-Stress noch unter generellem Ziel-Druck entstehen Innovation und Einfallsreichtum. Dabei stoßen wir immer wieder auf eine Thematik, die mit der Kognition, also unserem Verstand nicht lösbar ist: sie entstehen in unserem Unbewussten, und nicht in unserem Verstand. Aus dem ‚Marshmallowtest‘ Walter Mischels sowie aus ‚Kluge Entscheidungen‘ von Storch/Krause heraus habe ich vor ein paar Jahren folgende Grafik gestaltet. Das Interessante ist – hier entsteht auch die Innovation und Veränderung.

Kurz gefasst: In unserem Unbewussten System, auch heißes System genannt, entstehen nicht nur Innovation, sondern Vision, Kreativität und Muse. Hier ist auch Leadership verwurzelt. Im Gegensatz zu vielen fälschlichen Meinungen entstehen Innovation und Leadership nicht im nachgeordneten System, unserem Verstand, auch kaltes System genannt.

 

Sehr viel detaillierter will ich darstellen, wie die Zusammenhänge durch die Funktionsweise unseres Gehirns bestehen. Zunächst beginne ich, wie Lernen und regelmäßiges Training abläuft und somit neuronale Netze entstehen und warum vernetztes Lernen und Be-Greifen auch so wichtig für Innovation und Zukunftsdenken ist. Vernetztes und vielfältiges Tun, idealerweise gepaart mit Kreativität, beeinflussen sogenanntes laterales Denken, das die Leitgeschwindigkeit im Gehirn und somit schnellere Reaktionsfähigkeit und Einfallsreichtum erzeugt.

Das Wissen darum hat mein Satellite-Core-Modell mit dem 1+4=ONE – Training für Innovation beeinflusst, verbunden mit meiner eigenen gemachten Erfahrung vor ein paar Jahren, schnell und flexibel ein Geschäftsmodell ‚On-the-Go‘ entwickeln zu müssen. Die Entwicklungs-Zeit hat dann so lange gedauert, wie es gedauert hat und somit dem Prinzip von Entwicklung und Lernen gefolgt ist – alle meine Satelliten entsprechen jahrelanger Übung und Training.

Zu den einzelnen Eckpunkten, wie holistisches Lernen, Innovation und Zukunftsdenken zusammenhängen.

  • neuronale Netze

Unser Gehirn besteht aus der Verbindung von Nervenzellen zu sogenannten neuronalen Netzen. Man muss sich das so vorstellen, dass wir, wenn wir einzelne Tennisbälle ( hier als Nervenzelle bildlich vorgestellt) mit Seilen miteinander verbinden und weitere Tennisbälle als Querverbindungen verknüpfen, entstehen sogenannte neuronale Netze. Die Informationen zwischen einzelnen Nervenzellen wird über Synapsen übertragen. Die Verbindungen (Seile) werden umso stärker, je häufiger sie benutzt werden. Diese neuronalen Netze sind veränderbar, man nennt dies auch neuronale Plastizität. Man weiß schon seit langem, dass diese Verbindungen gestärkt werden durch Lernen, aber auch durch Achtsamkeit. Man weiß zwischenzeitlich auch, dass Lernen nicht nur über den Verstand geschieht. Außerdem weiß man heutzutage, dass die neuronalen Netze mit unseren unterschiedlichen“ Zuständigkeiten“ = Systemen in unserem Gehirn verbunden sind. Sie speichern unterschiedliche Komponenten von Erfahrungen und sind deshalb auch mit verschiedenen Inhalten gefüllt. Wenn wir uns das Schaubild der Ziel- und Visions-Pyramide oben anschauen, werden diese unterschiedlichen Systeme kurz veranschaulicht: es gibt das sogenannte Adaptiv Unbewusste, das unserer sinnlichen Wahrnehmung und Sinneserfahrung sowie Erinnerungen entspricht. Grob ausgedrückt können wir auch Rechte Hirnhälfte dazu sagen, wobei dies tatsächlich nur ein grobes Schema darstellt. Aber darunter kennen wir meistens die Vorstellung, die diesem Gehirnbereich zugeordnet ist. Das System ist unser Verstand, landläufig auch als Linke Hirnhälfte bezeichnet. Der Verstand befasst sich mit der Bedeutung, die sich aus der Wahrnehmung ableiten lässt. Der Verstand also studiert die Wahrnehmung, die über das adaptiv unbewusste gefühlt wurde. Auch deshalb ist es Sinn machend, mit Gefühlsmarkern zu arbeiten, um Zielerreichung und Motivation besser zu verstärken.

  • Verbindung

Wenn wir also Lernen in Verbindung bringen mit zwei verschiedenen Systemen, also dem Adaptiv Unbewussten und dem Verstand, und wenn wir zusätzlich die Erkenntnis haben, dass sich unser Gehirn jederzeit ändern kann durch Lernen und/oder Achtsamkeit, dann gilt dies umgekehrt auch, wenn es um das Thema Nicht-Lernen geht. Wenn wir also Lernen durch Fühlen (Adaptiv Unbewusstes) und Lernen durch Wissensvermittlung (Kognition, Verstand), dann stärken sich offensichtlich unsere neuronalen Netze. Dadurch stärken sich unsere Verbindungen im Gehirn. Beim Nicht-Lernen würde das dann also umgekehrt funktionieren: wir verlernen das Fühlen, das Begreifen, das Spüren (adaptiv unbewusstes) und wir verlernen das kognitive Lernen (Verstand). Dieses Nicht-Lernen umgibt einen ja regelmäßig und ist für viele Alltag, ohne dass es ihnen bewusst ist: Nicht-Lernen wird immer mehr gefördert durch Konsum von digitalen Medien oder zumindest dem falschen Umgang damit, sowie von kompensatorischen Handlungen in Form von Dauer-Konsum (Einkaufen, stoffgebundenen Süchten und sonstigen „Tätigkeiten“, die mit eigentlichem Tun in Form von Lernen nichts zu tun haben.) Die Do-it-Yourself-Bewegung ist daher eine deutliche Gegenbewegung, das Urban Gardening, die Upcycling-Szene und viele andere Bewegungen sind der Gegentrend und ein Trend hin zum echten Tun, und daher auch zum Lernen im Sinne der Gehirnforschung, die insbesondere auch die rechte Gehirnhälfte einbezieht (Fühlen, Be-Greifen, Hand als Werkzeuge dafür).

  • Bewegung, Kreativität und Be- greifen

Wenn wir also davon ausgehen, dass über unsere Rechte Hirnhälfte auch Lernen geschieht, ist es hilfreich, mehr darüber zu erfahren. Wir wissen aus der Hirnforschung, dass körperliche Aktivität im Hippocampus (Teil unseres Gehirns) zur Neubildung von Nervenzellen führt. Mit den Neuronen werden neue Gedächtnisinhalte gespeichert. Bewegung ist daher ein zusätzlicher wichtiger Bestandteil zur Bildung von Gedächtnis und Steigerung von Gehirnleistung. Das Interessante dabei ist, dass aus beanspruchte Muskulatur sogar bestimmte Proteine ins Gehirn wandern, die Nervenzellen stärken und den Geist schneller arbeiten lassen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Bewegung (Kinetik) tatsächlich unseren Grips wachsen lässt. Wenn wir also regelmäßig trainieren, wird nicht nur unsere Muskulatur vergrößert, sondern auch des Volumen einiger Gehirnareale. Nicht nur Proteine, sondern auch die Menge der Neurotransmitter wie beispielsweise Serotonin steigen an. Bewegung und Sport ermöglichen außerdem erholsame Denkpausen, also Erfrischung des in unserer Gesellschaft ständig eingesetzten Verstandes. Dadurch dass Sport die elektrische Aktivität in einem Teil der Hirnrinde, dem sogenannten präfrontalen Kortex verringert, ist die anschließende Aufnahmefähigkeit des Gehirns größer als zuvor.

Auch der Tastsinn, also wenn wir etwas anfassen = be-greifen, liefert uns die ersten Sinneseindrücke bereits lange vor der Geburt. Und durch unser Sinnesorgan Haut, unserem größten Sinnesorgan, werden unzählige Rezeptoren zugeordnet, die in den Kortex (die äußere Schicht des Großhirns, das reich an Neuronen ist), gelangen. Auch durch Tasten und Be-Greifen lernen wir. Was für viele von uns gar nicht mehr fassbar ist, ist Berührung. Über den Tastsinn werden tatsächlich viele verschiedene Wahrnehmungen wie Druck, Schmerz oder Vibrationsempfinden umfasst. Viele Forscher sprechen deshalb von einem ganzen Tastsinnessystem. Grob erklärt handelt es sich bei dem Tastsinn um das Abliefern von Sinneseindrücken über unsere Haut an das Gehirn und die dort anschließende Empfindung und Bewertung. Es kommt also auf die Art der Berührung darauf an, wie unterschiedliche Rezeptoren aktiviert werden, und von dort dann weitergeleitet werden an das Rückenmark. Das Interessante ist, dass sich über verschiedene Bahnen des sogenannten verlängerten Rückenmarks sich die Leitungen der linken und rechten Körperhälfte daraufhin kreuzen. Und dann anschließend gelangen über eine weitere Verschaltung Signale in den Kortex. Und von dort werden über verschiedene Areale die Information und der Emotionsgehalt der Berührung, die ursprünglich von der Haut als Signal gesandt wurde, bewertet als Empfindung. Diese Art von Lernen ist notwendig, wenn es um unser Adaptiv Unbewusstes geht und wenn es um das Verändern und Verstärken unserer neuronalen Netzwerke geht. Wir lernen also ganzheitlich, wenn wir nicht nur stupide (Verstandes-)Inhalte auswendig lernen, sondern auch begreifbare und körper-wahrnehmbare Inhalte aufnehmen. Dieses Lernen über den Körper ist in der heutigen Zeit nicht nur wichtig, um ein gesundes Körper-Selbstbild zu entwickeln, wie es zum Beispiel vielen Frauen mit Essstörungen fehlt, sondern taktile Erfahrungen sind nachweislich zur körperlichen und sozialen Entwicklung überlebenswichtig. Sie wirken sich nicht nur auf den Pegel des Stresshormons Cortisol aus, sondern dienen auch dem Kontakt und der Bindung zwischen Menschen. Das alles ist ja eigentlich nicht neu. Das wussten schon die Griechen der Antike, das entwickelten viele kluge Leute wie Pestalozzi und Montessori als Lernsysteme für Schulen. Aber beachtet wurde es bisher in unserem vor allem linkshirnhälftigen Bildungssystem nicht wirklich. Das sollte sich aber ändern, wollen wir den Herausforderungen unserer Zeit wirklich begegnen: wo immer mehr Innovation, Flexibilität und Selbst-Motivation benötigt wird und mit dem Wissen, dass die Kraft aus dem SELBST aus dem Adaptiv Unbewussten generiert wird, dann können wir uns wirklich nicht mehr leisten, uns auf das rein kognitive System zu beschränken. Viele Schulversager würde es einfach nicht mehr geben und viele bislang unbeachtete Talente auch aus den immer wieder milde belächelten, sogenannten „bildungsfernen Familien“ (was ich als überheblich und insbesondere kurzsichtig empfinde), würden endlich hervorgehen können.

Denn, wie sagte bereits Albert Einstein: „Als das eigentlich Wertvolle im menschlichen Getriebe empfinde ich nicht den Staat, sondern das schöpferische und fühlende Individuum, die Persönlichkeit: sie allein schafft das Edle und Sublime.“

  • Konsumgesellschaft versus Gehirnbildung

Die zunehmende Konsumgesellschaft hat zu einem großen Teil dazu geführt, dass tatsächlich mehr konsumiert wird, und weniger selbst getan wird. Ich werde hier keinen größeren Exkurs in die Folgen von Dauerkonsum einleiten, aber ich werde doch ein paar wenige Stichworte liefern, die zu belegen versuchen, warum ein Umdenken und ein Paradigmenwechsel beim Lernen stattfinden muss. Schon die kleinen Kinder wachsen heutzutage auf mit digitalen Medien. Eigene Erfahrungen „in Echtzeit“ werden oft durch „overprotecting parents“ (überbeschützende Eltern) erst gar nicht möglich gemacht. Laufen, hinfallen, aufstehen, laufen, hinfallen, aufstehen, neu beginnen, weinen, lachen, hochklettern, runterklettern, hinfallen, wieder aufstehen – bereits diese scheinbar belanglosen Tätigkeiten wollen trainiert und routiniert selbstständig erarbeitet werden. Und je nach Altersstufe sanft unterstützt und gefördert werden. Dieses kleine Beispiel ist ein Beispiel für“ es versuchen, probieren, aus Fehlern lernen = mit Scheitern und Frustration umgehen lernen“. Wer anstatt dessen ständig fernschaut, ständig Computerspiele (zumindest unsinnige Spiele) spielt, womöglich keinen Sport betreibt und keinerlei kreativen und taktilen Erfahrungen macht, wird abgestumpft zu einem“ Konsum-Menschen“ mutieren. Die Auswirkungen auf unser Gehirn sind heutzutage klar belegbar und nachweisbar. Gedächtnis, Konzentration, Motivation, Autonomie und Bindungsfähigkeit sind nur eine der möglichen Bereiche, die dann nachlassen.

  • Achtsames Gehirn

Die gute Nachricht ist, dass unser Gehirn einer sogenannten neuronalen Plastizität unterliegt. Die Neuronen können zu neuronalen Netzwerken, und die neuronalen Netzwerke können verstärkt werden so wie sie um Umkehrschluss auch geschwächt werden können. Geschwächt werden können diese neuronalen Netzwerke auch durch Traumata oder sonstige Einflüsse. Aber auch dies kann nachweislich verändert werden, aber eben durch Training und kontinuierliche Integration in den Alltag.

Ganzheitliches Lernen in Form von Bewegung, Kreativität und Wissensvermittlung bringt also Stärkung unserer neuronalen Netzwerke. Der Neuropsychiater Hans-Georg Kuhn von der Universität Göteborg hat beispielsweise ausgewertet, dass vor allem das Ausdauervermögen im Alter von 18 Jahren die geistige Performance für den Rest des Lebens beeinflusst. Im Umkehrschluss kann man also davon ausgehen, dass die heute 18-jährigen, die völlig ohne Bewegung und Sport leben, ihre geistige Performance nachhaltig negativ beeinträchtigen. Unser Bildungssystem in Deutschland hat sich schon seit langem vom ganzheitlichen Lernen verabschiedet. Zukünftig wird dies, davon gehe ich aus, von Ausbildungsstätten und Unternehmen aufgefangen werden müssen. Wer gesunde und fitte Mitarbeiter haben möchte, wird nicht umhin können, sich Teilen dieses ganzheitlichen Lernens widmen zu müssen.

Viele unterschiedliche Hirnforscher und Psychologen haben darüber geschrieben, wie es zu Wohlbefinden und zu Bewältigung von Stress kommen kann. Hierzu gibt es unterschiedlichste Ausführungen in vielen unterschiedlichen Studien und Büchern. Allen Studien gemeinsam ist das Fazit, dass die Aktivierung und Verbindung der rechten Gehirnhälfte mit der linken Gehirnhälfte Wohlbefinden, gerne auch als Flow bezeichnet, bringt.

Die Wege dorthin sind unterschiedlich beschrieben worden und können auch auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Mich besonders überzeugt haben die Ergebnisse des Gehirnforschers Antonio Damasio (Abhandlungen: z.B. „Descartes’ Irrtum“, „Ich fühle, also bin ich“) und der Psychologin und Pädagogin Maja Storch (Bücher: z.B. „Die Mañana-Kompetenz: Entspannung als Schlüssel zum Erfolg“, „Das Geheimnis kluger Entscheidungen: Von somatischen Markern, Bauchgefühl und Überzeugungskraft“). Dabei wird angesetzt über die sogenannten somatischen Marker, die unser Adaptiv Unbewusstes (rechte Gehirnhälfte) immer ansprechen. Wir haben dort verankert das Erfahrungsgedächtnis sowie unserer Lust- und Triebzentrum. Unser Glücksempfinden findet in diesem Lust- und Triebzentrum, dem nucleus accumbens, statt. Hier funktioniert auch unsere Verhaltenssteuerung und unsere Motivation. Hier wird Dopamin erzeugt wenn Spaß in den Dingen steckt, die getan oder gelernt werden sollen. Erst dann wird mit Glücksgefühl oder Flow gelernt. Hier findet auch bei Reizüberflutung IMMER eine Filterung statt: die „gefällt“ / „gefällt nicht“- Selektion. Wenn also eine Situation von ihr ausgewertet wird in „gefällt“ / „gefällt nicht“, und im Anschluss an die Selektion das Ergebnis“ besser als erwartet“ oben oder“ besser als gedacht“ herauskommt wird eine positive Emotion erzeugt die wiederum ein Glücksgefühl mit sich bringt und dann wurde positiv gelernt. Dieses Zentrum geht immer einher mit unserem Erfahrungs-Gedächtnis, dass alle unsere Erfahrungen, auch transgenerationale Erfahrungen, abgespeichert hat.

Dieses Wissen ist wichtig für Zielerreichung oder das Erreichen einer Vision. Wer also ein Ziel erreichen will, wer höchst motiviert zu etwas kommen möchte, der sollte das Wissen um unser Lust- und Triebzentrum und unser Erfahrungs-Gedächtnis nutzen. Dieses läuft in der rechten Hirnhälfte, und in unserem Adaptiv Unbewussten, ab, der Verstand wird erst danach eingeschaltet. Dies kann erfasst werden durch Körperwahrnehmung, und die sogenannten somatischen Marker, entwickelt von Antonio Damasio. Indem wir spüren, abklopfen was wir uns vorgenommen haben durch zwei verschiedene Maßstäbe (PLUS 0-100, MINUS 0-100), können Zielerreichung und Motivation besser gelingen. Deshalb brauchen wir immer eine Antwort und Bewertung auf ein Plus- sowie ein Minus-Gefühl. Dies geschieht nicht mit dem Verstand. Dies geschieht definitiv nur dem Unbewussten. Unser Unbewusstes ist unser Selbst. Unser Unbewusstes liefert die Informationen, was uns als Mensch ausmacht, was uns einzigartig macht, was direkt mit uns zu tun hat. Dieses Unbewusste ist der Kern unseres Wesens, anstatt dem Aufgestülpten von Außen. Dieses macht uns authentisch, und dieses Unbewusste kann „erfahren“. Trainiert werden zuallererst stets die körperliche Wahrnehmung. Wir haben erfahren, dass Bewegung und Sport, aber auch kreatives Tun durch Begreifen und Spüren die hilfreich sind, unsere neuronalen Netzwerke zu stärken und auszubauen. Meditation und Achtsamkeitsübungen sind ebenso mögliche Praktiken, um Zugang zum Unbewussten und der Stärkung unserer neuronalen Netzwerke zu erhalten. Und damit Konzentration und geistige Performance zu erhöhen. Doch wie gelingt uns das? Das fördern wir durch Stille, durch Achtsamkeit, durch Ruhepausen, durch Abschalten von Smartphones und Co., durch einfaches So-Sein, durch Pausen in der Natur, oder durch bewusstes Abschalten beispielsweise in einer Schlange an der Kasse im Supermarkt. Dann erhalten wir den Zugang zu unseren Gefühlen, dadurch erhalten wir den echten Zugang zu unserem Innersten und damit zu dem, was uns wirklich antreibt und uns Spaß macht. Und dadurch, in Gedankenlücken, entsteht etwas, das Einfälle und sogenannte „Zufälle“ erzeugt. Hier entsteht dann auch der Einfall, die Idee, die Innovation.

Wie es nicht funktioniert: Dauerstress und Dauerbelastung sowie Dauer-Funktionieren (also nicht das zu tun, was einem wirklich entspricht) erhitzen unser limbisches System, das Teil der rechten Hirnhälfte ist. Dies wiederum führt dazu, dass der Zugang zu unserem adaptiv unbewussten erschwert ist und nachweislich führt Dauerstress dazu, dass dann auch unser kognitives System, also unser Verstand, außer Kraft gesetzt wird. Die Folgen sind mindestens Fehlerhäufigkeit, Unkonzentriertheit, aber auch Chaos und auch unsoziales Verhalten.

Wer also darauf achtet, sein Gehirn in Achtsamkeit zu trainieren, braucht Pausen, Entschleunigung, Potenzial-Entwicklung, und ein Heraustreten aus der hedonistischen Tretmühle. Was nichts anderes bedeutet, als ein Heraustreten aus einem “ immer höher und weiter“ und eines ständigen Verbessern und Optimieren des eigenen Lebensstandards durch Status & Co. Dieser Tretmühle nachzujagen bedeutet, diese auch bedienen zu müssen. Dies bedeutet auch, einen ständigen hohen Preis zahlen zu müssen: immer höhere Einkommen, immer mehr Konsum, immer mehr Ersatzbefriedigung anstatt eines Lebens, das wirklichen Flow bringt.

  • Innovation und Leadership

Wer den Zugang zu seinem Inneren erreicht hat, kann damit aus der Kraft der eigenen Stärke schöpfen. Die Kraft der eigenen Stärke erwächst ausschließlich aus dem Adaptiv Unbewussten. Sie erwächst nicht aus dem Verstand, weil der Verstand nachweislich begrenzt ist. Der Verstand ist das, was wir kognitiv erfasst und abgespeichert haben, der Verstand ist aber definitiv nicht unser Selbst. Er ist aber notwendig, um Dinge und Situationen zu analysieren, um zu rechnen, zu langfristig zu planen oder sicherzustellen, dass in manchen Bereichen Strategien erstellt werden. Auch ist er notwendig, um technische Errungenschaften weiterzuentwickeln, die allesamt auch der Innovation unterliegen. Unser Selbst jedoch ist unser Unbewusstes und deshalb sind wir Menschen auch einzigartig. Weil jeder Mensch ein eigenes Unbewusstes und ein eigenes Selbst hat. Aus unserem Unbewussten entstehen auch unsere Absichten, unsere Ziele für unser Leben, unsere Visionen. Absichten oder Intentionen sind deshalb wichtig, weil sie bestimmte Momente des Lebens verknüpfen und Handlungen des Jetzt mit Handlungen des unmittelbar nächsten Moments verbinden. Also aus einer Kurzfristigkeit(JETZT) in eine Langfristigkeit(ZUKUNFT) münden. Intentionen sind somit eine fortgeschrittene Impulssteuerung und sind wichtig gegen vorschnelle Reaktionen. Das Entwickeln von Intention/Ziel/Vision kann aber nur aus unserem Selbst entstehen. Es kann weder aufoktroyiert, also von außen auf gestülpt, werden noch kann es nachgeeifert oder kopiert werden. Aus diesem Prozess, aus dem Prozess des Adaptiv Unbewussten heraus entsteht Innovation. Es ist die Verbindung von Intention mit antizipiertem Denken. Wer so sein selbst“ angefeuert“ hat, wird automatisch zu den entsprechenden kognitiven Steuerungselementen geführt. Es sind diese vermeintlichen“ Zufälle“ des Lebens, die dann erscheinen, die aber letztendlich nichts anderes sind als das Erkennen der zu einem passenden Informationen im Außen.

Das ist Zukunftsdenken oder Innovationsdenken im eigentlichen Sinne. Neuschöpfung (Re-Creation) und Innovation entsteht in einem achtsamen Moment. Fast spielerisch. Erholung (Re-Creation) entsteht nicht durch Funktionieren & Technik. Erholung entsteht durch Spiel, Humor, kreatives Sein. Dies alles entsteht in unserer rechten Hirnhälfte. Durch Pausen machen, Smart Work statt Hard Work, Zustand von Präsenz, Nicht-Urteilen(Fokusblick ist Enge). So entsteht Neuschöpfung. Neuschöpfung ist Innovation. Und Innovation ist Evolution.

Wer also den Herausforderungen dieser Zeit, sei es in der Wirtschaft oder in der Politik, gewachsen sein möchte, benötigt Zugang zum Selbst und erhält dadurch

  1. Innovationsdenken / Change
  2. kreative Ideen
  3. Empathie und soziales Handeln
  4. höchste Konzentration
  5. Effizienz im Gehirn
  6. die richtigen Entscheidungen
  7. Klarheit und Wesentlichkeit
  8. Wohlbefinden und Flow
  9. Integration von Körper Geist Seele
  • Denken in Bildern

Unser Organ des Denkens ist das Gehirn. Selbst ein Bauchhirn scheinen wir zu haben. Aber in unserem Gehirn sitzen Verstand und Intuition zugleich.

Unser Denken funktioniert auf jeden Fall in Bildern. Wenn wir etwas wahrnehmen, stellen wir uns das automatisch und unbewusst als Bild vor. All diese Bilder werden auch abgespeichert. Der Mensch kann immer nur ein Bild nach dem anderen wahrnehmen, parallele Verarbeitung von Bildern gehen nicht. Unser Denken funktioniert durch Reaktion auf positive Bilder. Auf negative Befehle reagiert es nicht, zumindest nicht, um positiv zu lernen. Uns deshalb zu beeinflussen, sollten wir immer alles positiv formulieren, was wir erreichen wollen. Und das dann mit den sogenannten somatischen Markern in eine Plus- und in eine Minus-Skala einordnen. Da alle erlebten und empfundenen Bilder vom Menschen abgespeichert werden, insbesondere nicht mehr verändert werden können, brauchen wir ein Wissen darum, wie wir alte Bilder überlagern können. Fakt ist, dass jedes Bild (und der Mensch speichert ca. 9000 Bilder am Tag = Wahrnehmungen pro Tag in seinem Gehirn ab) von jedem neu hinzugekommenen Bild überlagert wird. Und je mehr neue Bilder folgen, umso tiefer versinken die älteren Bilder im Speicher des Unterbewusstseins. Die Signale dieses sogenannten Erfahrungsgedächtnisses können Sofort-Reaktionen sein wie auch langfristige Signale. Sofort-Reaktionen unseres Körpers durch sogenannte somatische Marker können sein Zittern, Erröten, Stottern, Herzrasen, Magenkrämpfe und vieles andere mehr. Langfristige Signale unseres Erfahrungsgedächtnisses können sein Schlaflosigkeit, Schwächezustand, Essstörungen, erhöhter Blutdruck, Gehörsturz, Burnout und vieles andere mehr. Da das Unbewusste den Menschen leitet und nicht der Verstand, ist es stärker als seine bewussten Entscheidungen. Auch deshalb kann sich der gesamte Speicher des Erfahrungsgedächtnisses zu einem grundlegenden Lebensgefühl verdichten.

Wer also Veränderungen herbeiführen will, braucht das Verständnis um die Sprache des Adaptiv Unbewussten. Egal ob privat oder in Unternehmen. Change ist immer ein Vorgang, der nur ganzheitlich funktionieren kann, wenn er WIRKLICH funktionieren soll.

Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen für Innovation und Change im weitesten Sinne positiv zu unterstützen

  1. Bilder
  2. positiven Gefühlen (Humor) & Flow
  3. positive Sprache & Wort-Kreativität
  4. ein Bild nach dem anderen
  5. Natur und archetypische, archaische Symbolen (ältestes Erfahrungs- Gedächtnis)
  6. Kinetik/Bewegung zur Verstärkung/Verankerung der Bilder
  7. Motivation/ Glücksgefühl/Wohlbefinden
  8. Selbstbestimmung/Wahlfreiheit beim Tun – kein Funktionieren-Müssen im Hamsterrad
  9. ideal/optional: somatische Marker zur Bewertung (gefällt/gefällt nicht) (+ 0 – 100, 0-100)
  10. ideal/optional: Symbolen aus der Natur zur Verankerung im Unbewussten – als neue Bilder für unser adaptiv Unbewusstes & Erfahrungsgedächtnis
  11. Indizes unterschiedlicher Bereiche zum Ist-/Soll-Situations-Abgleich
  12. Checklisten und Handlungsanweisungen ausschließlich als zusätzliches, begrenztes Hilfsmittel (da rein kognitiv, und daher limitierte Möglichkeit bietend)
  13. Natur als Mittel zur Entschleunigung und Beruhigung unseres limbischen Systems
  14. kreativen Methoden zur Lösungsfindung und zur Unterstützung des Selbst
  15. Upcycling als Kreativitätsmethode für Ressourcenschonung und zukünftiges ökonomisches Prinzip von REDUKTION
  16. weitestgehender Berücksichtigung systemischer und transgenerationaler Zusammenhänge sowie Moralität, die aus Gruppen-Verhalten stammt (Frieden, Versöhnung, Teamgeist als Antrieb)
  17. Mut zu Innovation, Authentizität, Querdenken
  18. strategische Planungshilfen: Strategie, Plan folgt auf Visions-Arbeit/adaptiv-Unbewusstes, (z.B. mit konkreten Wenn-Dann-Plänen (Gollwitzer & Oettingen, ZRM-Training Krause/Storch, Satellite-Core-Strategie Hauswirth)

Für komplexe Themen, die auch zukünftige Innovation beinhaltet, benötigt es einen reduktiven Ansatz. Ich nenne das auch „Reduktionsintelligenz“, einer neuen Form von Intelligenz, die wir zukünftig verstärkt brauchen: in kürzester Form komplexe Inhalte schnell übermitteln bzw. erfassen können. Je vernetzter wir unser Gehirn trainiert haben, das heißt linke mit rechter Hirnhälfte verbinden, umso besser reagieren wir prägnant, und umso besser fallen uns Ideen ein und umso besser können wir uns fokussieren.

Fazit:

Wenn wir also zukünftig immer häufiger in Change-Prozessen uns befinden und wenn wir immer häufiger innovative Prozesse oder Einfallsreichtum benötigen und dies dann auch noch schnell umgesetzt werden soll – dann benötigen wir zuvor die entsprechende Zeit für Entwicklung und die Rahmenbedingungen für Innovation. Fakt ist, dass mit den bisher gemachten Prozessen von Oberflächlichkeit, dem Schneller-Höher-Weiter ohne Pausen, Re-Creation und Achtsamkeit keine wirklichen Change- oder Innovations-Prozesse gelingen werden. Weil wir als Menschen so nicht funktionieren. Ohne REDUKTION in allen Bereichen werden wir lediglich ein Weiter-So betreiben, dem Tiefgrund und Entwicklung aus dem Weg gehen und damit kein DESIGN OF CHANGE betreiben können. Denn zukünftiges Wachstum wird mit dem wert-geschätzten Menschen im Mittelpunkt geschehen. Ein wert-geschätzter Mitarbeiter wird in seinem Mensch-Sein berücksichtigt. Dann bringt er alle Möglichkeiten mit, sein Potenzial und damit seine Innovationskraft zu entwickeln

Quellen:

[1] Maja Storch, Benita Cantieni, Gerald Hüther, Wolfgang Tschacher (2006): Embodiment: Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen. Bern: Huber; DER SPIEGEL „Schlaulaufen“, Nr. 32/1. August 2015; GEHIRN UND GEIST, Infografik „Von der Berührung zur Empfindung“, Nr. 9/2015; LIFE KINETIK, „Gehirntraining durch Bewegung“, Horst Lutz, 2010, München: BLV; „Der Mensch, der Bonobo und die zehn Gebote-Moral ist älter als Religion“, Frans de Waal, 2015, Stuttgart: Klett-Cotta; „Gedanken lesen – Erkennen, was andere denken und fühlen“, Michael Moskowitz, 2008, München und Zürich: Pendo; „Das achtsame Gehirn“, Daniel J. Siegel, 2010, Freiamt im Schwarzwald: Arbor; „Das Satellite-Core-Modell“, Entwurf eines Geschäftsmodells, Sabine Hauswirth, 2015, München: Sabine Hauswirth, „Von der Vision zur Geschäftsidee“, Sabine Hauswirth; „Zukunft gestalten“, Sabine Hauswirth Vortrag

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Design of Change

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Alltagstauglich Kreativität trainieren

(Dieser Artikel wurde erstmalig als „Alltagstauglich Kreativität trainieren“, am 5.2.2018 im früheren Sabine-Hauswirth-Blog veröffentlicht)

Ressourcen zu nutzen, kann ganz unterschiedlich angegangen werden. Upcycling ist eine ganzheitliche Herangehensweise an Ressourcen-Nutzung und für Reduktion. Daher kann es auch als Training angewandt werden.  Hier geht es jetzt aber um eine weitere meiner Kreativitäts-Techniken für den Alltag – die jeder und jede tagtäglich üben kann.

Heute möchte ich eine Kreativitätstechnik vorstellen, die ich aus meiner Upcycling-Erfahrung meiner Jugend (damals gab es diesen Begriff noch nicht) bis heute übernommen habe – man kann einen einfachen Transfer dieser Methode in Flexibilitäts- und Innovations-Training vornehmen. Das eigentliche Upcycling selbst mache ich heute nur noch selten, da ich keine Zeit mehr dafür habe, diesen Bereich auszubauen. Doch die Erfahrung damit hat mir gezeigt, dass damit auch Einfallsreichtum und Veränderung trainiert werden kann, übertragen auf andere Bereiche im Leben oder Unternehmen. Ressourcen wie Zeit, Material, Energie, Gesundheit, Soziale Medien und vieles anderes mehr, das man darunter definieren kann, können mit Upcycling als Reduktions-Strategie geschont werden.

Ich nutze daher Upcycling weiterhin als Innovations- und Veränderungs-Methode sowie als Methode im Umgang mit komplexen Themen: zu betrachten und zu analysieren, was vorhanden ist, und das Sinnvolle und Erhaltenswerte auch wertschätzend zu bewahren und damit im eigentlichen Sinne auch konservativ zu sein – zu verbinden mit der Neuerung oder Innovation, also dem Bestehenden etwas Aufpeppendes hinzuzufügen. Das verstehe ich unter Innovation mit Gefühl und Sinn. Ich nenne es als Methode auch Upcycling Design Sensing (Sense = engl. für Sinn, aber auch unsere Sinne wie Riechen, Fühlen, Tasten usw., oder Gefühl), also die Weiterentwicklung der Innovations-Methode des Design Thinking.

Upcycling kann weitergehend auch angewandt werden im Risikomanagement: wenn wir bestehende Methoden, Produkte oder Systeme dauerhaft bestehen lassen wollen, benötigen wir neben den üblichen Innovations- und Veränderungsprozessen auch ein entsprechendes dauerndes Risikomanagement, das Bestehendes hinterfragt, jedoch mit Wertschätzung begegnet, um dabei Neuerungen einzuführen, weil sich Rahmenbedingungen geändert haben.

Als eines von vielen Beispielen für Ressourcenschonung im übertragenen Sinn kann ich mein Zweitstudium zur Betriebswirtin für betriebliche Altersvorsorge anführen: hier wurden mir einmal mehr die Zusammenhänge bewusst, wie sehr Risikomanagement mit Ressourcenschonung (in dem Fall Haftungsrisiken für Berater und Unternehmen) zusammenhängen. Das Risikomanagement in diesem Fall war, sich den Beratungsbereich als Einzelberaterin einfach nicht anzutun, es aber anzuwenden für andere Bereiche. So entstanden dann Modelle, die zunächst nichts mit der gängigen Altersvorsorge zu tun hatten, die für mich aber angesichts einer demographischen Entwicklung der Überalterung die generelle Überholung des Rentensystems als Risiko einbezog. So entstand auch mein Lifelong Work Konzept, das Arbeit, Einkommen, Geschäftsmodelle sowie Rente in einen anderen Kontext bringt – also Upcycling im eigentlichen Sinne und damit Aufwertung von Bestehendem.

Die Dinge immer gänzlich neu zu erfinden, halte ich für unnötig: es gibt genügend Gutes, das durch entsprechende Innovation wieder den neuen Rahmenbedingungen  entsprechend angepasst werden kann. Solche Modelle dienen daher der Änderung von Denk-Richtungen und überholten Konzepten. Durch Innovation mit Gefühl berücksichtigen sie dabei den Menschen, der generell Veränderungen gegenüber eher skeptisch gegenübersteht: deshalb ist in einer Zeit ständiger und schnellerer Veränderungen das Gefühl, das in alle Veränderungsprozesse einbezogen wird, wichtig, weil ansonsten Ängste und Panik immer mehr um sich greifen, was in den meisten Fällen durch Umsichtigkeit jedoch vermieden werden könnte. Sich in Kreativität und Reduktion alltagstauglich zu trainieren, ist daher ein erster Ansatz, Veränderung gegenüber besser zu begegnen. Innovations- und Veränderungsprozesse sowie Risikomanagement einzuführen, ist nochmals etwas vollkommen Anderes.

Doch zunächst einmal eine Definition, was unter Upcycling verstanden wird – hier eine Zitierung aus dem „Lexikon der Nachhaltigkeit“:
‚Upcycling ist eine Form der Wiederverwertung von Stoffen (Recycling). Scheinbar nutzlose Abfallprodukte werden mithilfe des Upcyclings in neuwertige Stoffe umgewandelt. Anders als beim Recycling oder Downcycling kommt es beim Upcycling zu einer stofflichen Aufwertung. Der Prozess der Wiederverwertung von vorhandenem Material reduziert den Bedarf an neu produzierten Rohmaterialien und wirkt sich somit schonend auf Ressourcen aus. Upcycling kann als Kontrapunkt zur weltweiten Wegwerfmentalität verstanden werden. Allein in Europa werden jährlich 50 Millionen Tonnen Textilien achtlos weggeworfen. Nur 75 Prozent davon landen auf einer Mülldeponie. Hiervon werden lediglich 25 Prozent recycelt. ‚ Upcycling wird mittlerweile auch in der Möbelindustrie als Verfahren verwendet. Ich gehe soweit zu sagen, dass es auch zunehmend im Bau-Bereich verwendet und zunehmen wird.

Meine Übungs-Aufgabe habe ich deshalb mit einem alten Gebäude erstellt. Die Übung dient der Veranschaulichung, wie und warum Upcycling als Methode für Flexibilität und Innovations-Denken alltagstauglich verwendet werden kann.

Was für die Übung erforderlich ist:

  1. die entsprechende Offenheit für Selbst-Training
  2. Smartphone mit integrierter Kamera oder Fotoapparat/Kamera
  3. unterschiedliche Dinge in der Umgebung, die alt sind (z.B. Jeans, Schrank, Geschirr, Lampe, Kuchenblech oder xyz)

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  1. alte Gegenstände oder Objekte findet man überall, sowohl zuhause als auch im Unternehmen,
  2. regelmäßige Übung bringt Flexibilität auch in anderen Bereichen: Veränderungen, die von Außen kommen, können damit auch schon in einer gewissen Automatisierung, angegangen werden – und Widerstand entsteht schon gar nicht so leicht oder wird weniger aufgebaut, weil man die Systematik von Veränderung bereits positiv mit AUFWERTUNG verinnerlicht und eintrainiert hat,
  3. regelmäßig Übung bringt auch mehr Bewusstsein gegenüber der Weg-Werf-Mentalität in unserer Gesellschaft – und dient insoweit nicht nur dem Geldbeutel, sondern insgesamt auch der Ressourcen-Schonung und somit einem Beitrag in Zeiten von Klima-Wandel,
  4. Gegenüber Altem entwickelt man zunehmend auch ein Bewusstsein – bei gleichzeitiger Entwicklung von Einfallsreichtum kommen dann auch mehr Ideen, wie Aufwertung manchmal auch ganz leicht geschehen kann,
  5. wer diese Kreativitäts-Technik auch praktisch umsetzt und zum Denk-Training hinzugibt, hat einen weiteren Vorteil: Vielfältiges Tun, also nicht nur Denk-Arbeit, sondern beispielsweise praktisches Arbeiten erhöht die Neurogenese, also die neuronale Plastizität unseres Gehirns und erleichtert auch dadurch bessere Vernetzung und damit Veränderungsbereitschaft. Denn Veränderungsbereitschaft beginnt zuallererst im Gehirn.
  6. Eine Haltungs-Änderung kann mit diesem Training erzeugt werden: in unserer Zeit wird immer mehr be-wertet, be-urteilt und Gering-Schätzung oder Über-Schätzung sind Teil unserer Kultur geworden – mit diesem Training wird eine neue Haltung erzeugt gegenüber „gut“ und „böse“ oder „Schwarz“ und „Weiß“ oder „Schlecht“ und „Gut“: indem CHANCEN, MÖGLICHKEITEN geradezu ent-deckt werden, wird einerseits dem „Alten“ gegenüber eine positivere Wertschätzung eingeräumt, und dem Neuen nicht mehr so ohne Weiteres mit Befremden oder gar Angst begegnet. Insoweit wird dem typisch schnellen Bewertungs-System in „Gut“ oder „Schlecht“ Zeit eingeräumt – Zeit, die jeder individuell für sich nutzen kann. Eben die Zeit, die Veränderung benötigt. Übertragen kann man sagen, so wie jeder Mensch unterschiedliche Haltung gegenüber Veränderung/Change hat, so hat auch jedes Unternehmen unterschiedliche Haltungen und entsprechenden Zeit-Bedarf. Aber Haltung kann eben trainiert werden. Und Einfallsreichtum und Innovation auch.
  7. Vielfalt/Diversity-Training – ich wundere mich geradezu, wie häufig dieser Begriff DIVERSITY mittlerweile verwendet wird, aber wird sie auch gelebt? Diese Frage müssen wir uns stellen. Dabei ist da gar nichts dabei – Vielfalt ist möglich. Und mit Upcycling und anderen Kreativitäts-Methoden machbar und ganz leicht in den Alltag integrierbar.

Hier ein weiteres Beispiel, dieses Mal aus meiner kleinen Upcycling-Kollektion 2014, das auch die Vorgehensweise der Aufwertung beim Upcycling veranschaulichen soll – aber in meinem Fall ist dies die alltagstaugliche Übung, die ich als Training nutze, um sich mit Veränderung zu beschäftigen und durch routinemäßige Übung Veränderung immer mehr als „normal“ zu empfinden und auch besser damit umzugehen. Diese „Denk-Art“ empfehle ich in Trainings, aber eben übertragen auf unterschiedlichste Gegenstände. Wer nicht an Gegenständen direkt arbeiten kann (im empfehle es aber, immer wieder mal zu versuchen, um die haptische Wirkung des Greif- und Tastsinnes auf unser Gehirn zu nutzen), nutzt einfach seine Kamera, fotografiert unterschiedliche Objekte, die upcycling-fähig sind und notiert seine Gedanken in vorgenannter Reihenfolge oder Vorgehensweise. Auf dem Foto kann man auch wie hier bei den exemplarischen Fotos PUNKTE machen, um hinterher besser den eigenen Veränderungs-Prozess, der durchdacht wurde, dokumentiert zu haben.

Alles bitte spielerisch machen, ohne Perfektionismus.  Aber hier nun anhand des Kleidungs-Upcyclings die Möglichkeiten der Aufwertung und damit die unterschiedliche „Denke“ hinsichtlich Veränderung: manchmal wird ganz viel  aufgewertet (vom Schnitt bis hin zu neuen Stoffen, die eingearbeitet werden). Hier nun ein etwas einfacherer Aufwertungs-Vorgang beim Upcycling. Das Allereinfachste kann sein, einfach nur Knöpfe auszutauschen.

Fazit: also einfach mal ausprobieren mit ganz anderen Gegenständen – ein kleines Schränkchen, eine Lampe (siehe Titelfoto), ein Holzklotz, ein Rührlöffel aus Holz usw. – sei dabei auch durchaus total bunt oder auch mal ganz verrückt. Hintergrund ist rein das Gedanken-Konstrukt, sich Veränderung und Aufwertung gegenüber etwas Bestehendem „einzustimmen“, das Gefühl dafür zu entwickeln und Ideen zu kreieren. Wer Lust hat, kann mir gerne auch mal seine Erfahrungen schreiben, was aus diesem Vorschlag wurde.

Transfer: Ressourcen sind nicht nur (Roh-)Stoffe oder Materialien, so wie im obenstehenden beschrieben worden. Ressourcen werden auch aus neurobiologischer Sicht gesehen. Im Sinne eines Gesundheitsmodells und im Sinne von ganzheitlichem Lernen wurde von LEHMANN und KOUKKOU (2006) eine Ressourcen-Definition gemacht: dabei bezeichnen sie eine der Ressourcen, die uns Menschen innewohnen,  die als „maladaptives Wissen“ bezeichnet werden – das sind Erfahrungen , die ein Individuum über den Umgang mit bestimmten Situationen gesammelt hat, die für das eigene Wohlbefinden nicht nützlich sind, aber als Erfahrung dennoch gespeichert. Aus dieser Sichtweise heraus gibt es deshalb weder ‚krank‘ noch ‚gesund‘, es gibt aus diesem Modell heraus nur ‚unnützes'(maladaptives) und ’nützliches‘ (wohladaptives) Wissen[1]. In diesem Modell gilt ALLES als Ressource, was in der Lage ist, neuronale Netze mit wohladaptivem Wissen zu aktivieren. Übersetzt: Lernen & Motivation erzeugen mit dem positiv abgespeicherten Wissen in uns. Deshalb arbeite ich auch mit dem von Maja Storch und Frank Krause entwickelten ZRM®-Modell, in auf die positiv besetzten Ressourcen in uns zurückggegriffen wird und arbeite aber zusätzlich auch praktisch mit unterschiedlichen Kreativitätstechniken.

Im übertragenen Sinne kann man exakt dieses theoretische und praktisch anwendbare Modell noch einmal mehr in die Praxis übertragen, indem man Upcycling als alltagstaugliche Methode nutzt, um die positiven Ressourcen bei etwas Bestehendem zu nutzen, und das, was nicht mehr so gut passt oder einem kein gutes Gefühl vermittelt, einfach nur überlagert durch etwas Schöneres – eben die Aufwertung durch Upcycling.

Im eigentlichen Sinn ist diese Upcycling-Methode deshalb nicht nur eine Methode für persönliche Innovation oder Innovations-Training im übertragenen Sinn, sondern zugleich ein Schritt hin zum TUN, zum MACHEN, zum SICH-TRAUEN, zum etwas BE-WEGEN. Doch zuallererst steht der Gedanke: was kann ich verändern und dann kommt das Tun. Beim Upcycling ist es deshalb so leicht und einfach, weil ich mit ganz einfachen Dingen beginnen kann: derjenige, der nicht praktisch geübt ist, fängt mal mit einem Holzlöffel bemalen an. Das hört sich zwar jetzt schon komisch an, ich weiß. Aber genauso beginnt der erste Schritt und das entsprechend der einem persönlich zur Verfügung stehenden Ressourcen – im unbewussten wie im praktischen Sinn, denn beides gehört zusammen. Und damit beginnt, so wie ich das sehe, der adaptiv-situative[2] Trainings-Prozess, der benötigt wird, um zukünftige komplexe Veränderungs- und Anpassungsbedarfe besser zu bewältigen. Und er wird nur bewältigt werden, wenn der Prozess alltagstauglich und kontinuierlich durchgeführt wird. Weil Lernen und Übernahme von Routinen nur durch Regelmäßigkeit erfolgt.

Für Unternehmen gilt es, diesen Prozess strategisch zu integrieren und individuell je nach Unternehmen zu strukturieren.[3]

Dazu gibt es Tools & Möglichkeiten, einen entsprechenden Rahmen zu schaffen, um Upcycling als Methode für Innovation und Veränderung im Unternehmen zu integrieren. Dies gilt gleichermaßen im Privaten – jeder kann einen Rahmen schaffen für Veränderung und Erneuerung.

[1] Dr. Maja Storch, Frank Krause: Selbstmanagement – ressourcenorientiert: Theoretische Grundlagen und Trainingsmanual für die Arbeit mit dem Zürcher Ressourcen Modell (ZRM), Huber Verlag

[2] Als adaptiv (lat. adaptare, anpassen) wird in der Biologie und der Kybernetik die Fähigkeit von Organismen und selbstregelnden Systemen bezeichnet, sich an veränderte Umweltbedingungen aktiv anzupassen. Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Adaptive_Reaktion

[3] Strategische Beratung zu Change-Prozessen, Lernen & Motivation für Mitarbeiter-Trainings:  Sabine Hauswirth Consulting, München

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Zukunft gestalten – Reduktion als Prinzip

(Dieser Artikel erschien identisch so am 30. Juni 2015 im früheren Sabine-Hauswirth-Blog)

Heute möchte ich einmal darüber sprechen, aus welchen ökonomischen Gründen ich das Zukunft Prinzip „Reduktion“ für sehr viele Menschen als wichtig erachte. Wir leben in Zeiten von Finanz und Schuldenkrise, deren Auswirkungen massive Auswirkungen haben wird, allerdings schwer überschaubar sind. Ich versuche hier jedoch, dies in gewissem Umfang anschaulich zu erklären. Dazu macht es Sinn, auch die Geldpolitik der Zentralbanken zu verstehen sowie die Zusammenhänge zwischen Inflation, Wirtschaft und Konsum. Ich werde versuchen, mich zu kurz und prägnant wie möglich zu einem äußerst komplexen Sachverhalt zu fassen. In der Ökonomie gibt es die Regel, insbesondere durch einen Ökonomen, den Nobelpreisträger Milton Friedman, belegt, dass die Ausweitung der kontrollierten Geldmengen immer zu der Steigerung der Konsumentenpreise (Inflation) führt. Das war bisher immer so und hat als solches auch meistens funktioniert. Mit Inflation und entsprechenden Inflationszielen hatte man meistens das Ziel, Arbeitslosigkeit zu senken. Vor allem in den 1970erJahren war Inflation = Preissteigerung für dieses Ziel erwünscht. Dass dies allerdings nicht immer so funktionierte, und anstatt dessen zu höherem Wachstum und aufgrund steigender Preise Abnahme der Kaufkraft bei den Löhnen führte, war auch schon in den 1970er Jahren der Fall.

Und das extreme Beispiel, die sogenannte Hyperinflation, führte beispielsweise in den 1920er Jahren auch dazu, dass Vermögen dahinschmolz, dagegen jedoch Schuldner (beispielsweise der Staat) profitierten durch leichter rückzahlbare Schulden.

Doch aktuell ist es anders. Die Inflations- und Niedrigzinsprogramme führen nicht zu Inflation, sondern zu Preissteigerungen auf den Aktien- und Immobilienmärkten und zu stagnierenden Löhnen.

Deshalb hier nun zu den Inflationszielen und der aktuellen Situation auf dem Finanzmarkt: das laufende Aufkaufprogramm für Staatsanleihen und sonstige Wertpapiere in Höhe von 1140 Milliarden € sollte ebenso Inflation erzeugen. Doch die Preise stiegen trotz dieses Programms nicht. Nach ökonomischen Kriterien musste sie doch früher oder später auf jeden Fall kommen, und dies womöglich mit einem sehr starken Anstieg der Preise.

Die Wirkung der Geldpolitik hat sich mittlerweile von den Güter- zu den Finanzmärkten verschoben. Dies hat sich insbesondere durch das billige Geld auf den Aktien-,  Immobilien-,  Rohstoff-  und Edel-Metallmärkten bemerkbar gemacht. Wenn Zentralbanken Leitzinssenkungen vornehmen und durch Ankaufprogramme für Staatsanleihen das Zinsniveau reduzieren, ist es den Banken möglich, günstigere Kredite zu geben. In der Vergangenheit hat dies tatsächlich auch funktioniert: niedrigere Zinsen für Kredite brachten Konsumenten und Käufer zunehmend in Konsumlaune und durch Kredite wurde Wachstum sowie die Gewinne der Banken erhöht. Außerdem wurde mit einer Niedrigzinspolitik, die Inflation als Ziel hatte, auch die Kreditvergabe für Immobilien- und Aktienkäufe erleichtert. Was zur Folge hatte, dass sich die Preise sowohl des Aktien- als auch des Immobilienmarktes ständig erhöhten. Die Folgen der ständig steigenden Preise in diesem Segment sehen wir seit längerem.

Doch verstärkte Kreditvergabe durch Niedrigzinsen gibt es schon sehr lange und so wurden dann ja auch die bekannten kreditgetriebenen Boomphasen erzeugt: vom Dot-Com-Hype bis hin zu den Rohstofforgien in den sogenannten BRIC Staaten war alles vorhanden, was kreditgetrieben Goldgräberstimmung bediente. Dass diese großen Blasen irgendwann einmal platzten bzw. auch zukünftig einmal platzen müssen, kann man sich denken.

Die gewünschte Inflation, die bisher nicht eintrat, ist einfach auch dadurch entstanden weil Niedrigzinsen immer auch Subventionen für Unternehmen sind,  die vor allem großen Unternehmen ermöglichen, hohe Aktien-Kurse auszugeben und dadurch besser Kredite tilgen lassen. Logischerweise senkt dies Kosten und diese werden oft und gerade auch wegen hohen Wettbewerbs an die Konsumenten weitergegeben.

Zusätzlich hat eine Geldpolitik immer auch gewünschte Verteilungseffekte die Preise von Immobilien und Aktien werden durch Geldschwemmen immer nach oben getrieben, wovon hauptsächlich sehr Vermögende profitieren.

Also warum Reduktion?

  1. die von Geldpolitik ausgelösten Finanzkrisen wirken sich insbesondere auf die Löhne breiter Bevölkerungsschichten negativ aus. An Löhnen und sozialer Sicherung wird aus Sparzwänge oder aus unsicherer Zukunftsperspektive gespart,
  2. die Inflation kann irgendwann einmal rasant und sehr hoch ausfallen – die Preise wollen dann auch bezahlt werden, insbesondere die Preise für Konsumgüter des Alltags, also derjenigen Güter, die für das laufende Leben benötigt werden,
  3. wenige Produktivitätsgewinne lassen die Grundlage für reale Lohnerhöhungen schwinden. Immer mehr flexible Arbeitsverträge, immer weniger soziale Absicherung, immer mehr befristete Arbeitsverträge, Zeitarbeit und Leiharbeit sind fast schon Standard geworden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass insbesondere die nachfolgende Generation, die von diesen Rahmenbedingungen besonders betroffen ist, immer weniger langfristig und zuverlässig planen kann. Dies beginnt deshalb bereits mit dem Wohnort und der womöglich ständigen Bereitschaft zu Flexibilität des Wohnortwechsels, setzt sich dann fort beim Thema Altersvorsorge und Kauf von Wohneigentum oder dem Kauf eines Autos. Denn all dies sind in der Regel langfristige Verbindlichkeiten in Form von Baufinanzierungsverträgen, Kfz-Finanzierung oder –Leasingverträgen sowie Altersvorsorgeverträgen in Form von Rentenversicherungen oder von Sparplänen. Diese werden immer weniger bedient werden können. Also braucht es hier entsprechende Strategien, um dies dennoch sinnvoll durchzuführen und vorab zu planen. Gleichzeitig führt eine weitere Preisspirale, die Immobilien- und Aktienpreise nach oben treibt und Löhne stagnieren lässt dazu, dass immer weniger Menschen sich Wohneigentum leisten können.

Konsequenz dessen im Hinblick auf Wohnen ist Reduktion gewohnter Wohn-Standards in Form von kleineren Wohnungen oder aber das Beleben neuer, alter Wohnformen: Gemeinschaftswohnen, Alters-WGs, Wohnen auf dem Land, Urban Gardening Wohnen, Immobilien auf Mietgrund.

Konsequenz dessen im Hinblick auf Vermögens-Vorsorge und Baufinanzierung: kluge Entscheidungen treffen, Baufinanzierung in Niedrigzins-Phasen so absichern (insbesondere durch Langfrist-Absicherung der Kondititionen), dass sie nicht durch ungeplante oder unberechnete Zinserhöhungen in der Anschlussfinanzierung nicht mehr finanzierbar sind.

Konsequenz dessen im Hinblick auf Altersvorsorge:

kluge Entscheidungen treffen, indem keine Langfrist-Verträge in Rentenversicherungen für Altersvorsorge geschlossen werden, sondern jederzeit flexibel kündbare oder abrufbare Verträge (z.B. Investmentfonds-Sparen, das zwar auch viel Disziplin für Durchhaltevermögen benötigt, aber die geänderten Rahmenbedingungen besser abfedern lässt); Rentenversicherungen machen durchaus Sinn – aber nur für gewisse Lebensphasen oder als Rendite-Turbo für hohe steuerliche Absetzbarkeiten oder als betriebliche Altersvorsorge, wenn keine Alternativen möglich sind usw. („systemische Altersvorsorge-Planung nach Sabine-Hauswirth-Methode“)

  1. 4. die vorhandene Geldpolitik hat langfristig insbesondere für die nachfolgende Generation ihren Preis: entweder diese lernt eine positive Zukunftsgestaltung durch das Herunterfahren von Lebensstandards bei gleichzeitigem Wohlbefinden und Glücklichsein oder aber die bereits zunehmende Frustration wachsender Bevölkerungsschichten durch die negativen Wachstums- und Verteilungseffekte der Geldpolitik macht sich verstärkt bemerkbar in politischer Aggression oder Abstinenz und Verteilungskämpfen.
  2. das zunehmende Auseinanderdriften von Vermögenden und Nicht-Vermögenden wird durch die kommende starke Erbengeneration noch verstärkt – dies benötigt eine zunehmende soziale Kompetenz, auf beiden Seiten: Verständnis und Gerechtigkeitsdenken anstatt Egoismus und Neid oder Gier.
  3. unabhängig von all diesen ökonomischen Gesichtspunkten wird eine zunehmende Stressbelastung in der Gesellschaft auffällig. Die herkömmlichen Stressoren, die teilweise abgestellt werden können, werden jedoch durch den Sachverhalt, dass die zunehmende Digitalisierung unserer Welt eine Disbalance in unserem Gehirn auslöst (Stichwort „ Digitale Demenz“), nicht wettmachen. Chronischer Stress hat nachweislich negative Auswirkungen auf unser limbisches System und auf unseren Verstand in Form von Fehlerhäufigkeit, mangelnder Konzentration und im Worst Case sogar von Chaos.

 

All diese Faktoren haben mich dazu bewogen, ein Programm zu entwerfen, das diesen Rahmenbedingungen Positives entgegensetzt. Chronischer Stress muss nicht sein und kann durch unterschiedliche Methoden und Maßnahmen verhindert, aber auch bewältigt werden. Ökonomische Rahmenbedingungen müssen sich nicht negativ auswirken, wenn rechtzeitig die entsprechenden Ziele neu definiert oder verändert werden. Glücklichsein und Wohlbefinden müssen nicht zwingend über Vermögen,  Reichtum und Dauerkonsum definiert werden, ganz im Gegenteil. Weniger ist oft mehr und auch das kann und will gelernt werden. Mit entsprechendem ökonomischen Wissen und Finanz-Knowhow kann zudem die ein oder andere negative Weichenstellung verhindert werden, insbesondere bei langfristigen Planungen, die ja dauerhaft auch finanziell bedient werden müssen. Weiterhin ist Sinnhaftigkeit von Arbeit ein Wunsch von vielen Menschen, der sicherlich nicht immer, aber doch in vielerlei Hinsicht erfüllt werden kann, wenn ich den Weg dorthin weiß. Stressmanagement und Entschleunigung in einer digitalen Welt sowie der richtige Umgang mit digitaler Technik sind eine weitere Grundlage dafür, dass chronischer Stress gar nicht entsteht. Da chronischer Stress zu fehlerhaften Entscheidungen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen führt, ist längst bekannt und muss aber nicht sein. Ein großer weiterer Zukunftsaspekt ist, dass sich immer mehr Menschen fragen, wie sie dem Klimawandel begegnen können. Dauerapokalyptische Weltuntergangs-Szenarien bringen da nichts, sondern sinnvolle und alltagstaugliche Lösungen für die Praxis. Ich tue es seit meiner Jugend und mittlerweile auch als Designerin: bestehendes verwerten und aufpäppeln und zu einzigartigen Stücken  umarbeiten (= Upcycling) macht nicht nur Spaß, sondern ENTSCHLEUNIGEN auch und bringt neue Energie für all das, was ansonsten zu tun ist.

Zudem habe ich mich dagegen entschieden, weitere Bücher in Papierform herauszubringen, auch wenn das sicherlich gewinnbringender wäre.

Aber so findet jedermann und jedefrau irgendwann eine kleine Möglichkeit, einen Beitrag zu leisten. Denn sicher ist eines: die Natur überlebt UNS MENSCHEN, sie ist evolutions-intelligent. Ob wir es tun, hängt von uns allen ab.

Zukunft gestalten bedeutet für mich daher Zukunft neu denken. Dies beginnt zunächst bei einem selbst und so wird der Radius dann größer: Familie, Unternehmen, Gesellschaft, Natur/Umwelt.

Und für Unternehmen sehe ich eine riesige Chance: wer seine Mitarbeiter langfristig an sich binden mag, bietet Ihnen ein Zukunftskonzept, das Zukunft positiv gestalten lässt. Wer selbst gestaltet, behält das Gefühl von Selbstwirksamkeit und eigener Kontrolle über sein Leben und allein das schon ist für Menschen ein Faktor für Wohlbefinden und Glücklichsein.

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Von Mobilheimen die Innovation abschauen

(Dieser Artikel erschien so identisch am 2. April 2014 im ursprünglichen Sabine-Hauswirth-Blog)

In meinen Beratungen und Berechnungen rund ums Thema “Versorgungslücken”, also dem, was zum Leben im Alter fehlt und dem Auffüllen der Lücke, habe ich in den letzten 14 Jahren einfach feststellen müssen, dass fast niemand  – außer sehr Vermögende – ihre Versorgungslücke decken können. Auffällig bei allen war der hohe Kostenanteil an Wohnkosten, also Ausgaben für Miete oder Immobilienfinanzierung (für die eigengenutzte Immobilie).

Dies hat mich immer wieder zu Recherchetätigkeiten veranlasst. Auch aufgrund meiner früheren Tätigkeit als Baurechtsexpertin hatte ich ja einen sehr guten Einblick in Städtebauplanung und in Planungen von Immobilien: sowohl Einfamilien-, Mehrfamilienhäuser als auch riesige Wohnblöcke mit kleineren bis mittleren Wohnungsgrößen. Ich fand die meisten Bebauungspläne – also die Grundlage des Baurechts innerhalb einer Stadt/Kommune – langweilig und auch nicht wirklich dem Leben von Gemeinschaft dienlich.

Diese Tatsache und der Fakt, dass zumindest hier im Süden Deutschlands Baugrund einfach sehr teuer ist, hat mich auf die Idee gebracht, ein Bewusstsein für Reduktion auch in diesem Bereich zu schaffen. Denn was bedeutet Wohnen für uns Menschen? Was wünschen Sie sich PERSÖNLICH, wenn es um den eigenen Wohnraum geht?

Ich denke, vor allem Schutz, Sicherheit, Gemütlichkeit, Platz für Gemeinschaft (Freunde, Familie, Feiern) und energie- und ressourcensparendes Wohnen.

Warum also nicht an eine Planung herangehen, die ganz kleine Häuser vorsieht, ähnlich den modernen Wohnwägen = MOBILHEIMEN  auf Dauercampingplätzen? Ich sah erst vor kurzem ein solches kleines Häuschen hier in der Nähe am Campingplatz am Simsee. BEISPIELVIDEO (dort auf “Mobilheime” drücken)  Gut, es ist ein Campingplatz, aber man könnte sich beispielsweise zusammentun mit ein paar Leuten, sich an eine Wunschgemeinde wenden und ihr einen konkreten und klaren Vorschlag machen, einmal ein Grundstück – idealerweise als Einheimischenmodell, weil dann die Grundstückspreise subventioniert sind – als Bebauungsplan auszuweisen, der nur solche kleinen Häuschen vorsieht? Ein bei uns nicht machbares Minihaus als Rolling Home, aber dennoch sehr anschauliches Beispiel für Platzsparen und Schönheit zugleich sehen Sie hier

Der Vorteil:

  1. kleine Grundstücksgrößen sind hierfür nur erforderlich = Vorteil des geringeren Grundstückspreises
  2. kleine Häuschen à z.B. 50 – 60 qm Wohnfläche können durch eine extrem gut durchgeplante Ausführung sehr preiswert sein in der Herstellung sein.
  3. Energetisch wären solche Häuser auch sehr gut ausstattbar
  4. Der Platz ist genügend groß für ein Paar/Single
  5. für Familien wäre ein entsprechend größeres Haus möglich – aber auch hier gilt: weniger ist mehr. Es muss nicht immer das 130 qm-Haus sein.
  6. Jede 1000 € monatliche Miete oder Annuitätenrate benötigen z.B. in der Steuerklasse 1 ein Gehalt von ca. 1.500 € brutto (30jähriger, Bayern, ledig, ohne Kinder) bzw. bei einem Verheirateten mit 2 Kindern ein Gehalt von 1.300 € in der Steuerklasse III gerechnet (nur exemplarische Berechnung, um zu zeigen, welch hohen Gehaltsanteile das Wohnen ausmacht)
  7. Daher gilt: entweder die Einnahmen erhöhen
  8. Oder: die Kosten verringern. Im Bereich des Wohnens wird dies am ehesten gelingen. Allerdings nur, wenn man von den üblichen Vorstellungen weggeht und einmal in eine andere Richtung bereit ist zu wohnen oder einen Hausbau zu planen.
  9. Voraussetzung für ein solches Szenario ist das Zusammenspiel mit einer Kommune, die bereit ist, eine solche Planung mutigerweise einmal mitzumachen
  10. Alternativ: dort wo keine Bebauungspläne vorgeschrieben sind, also beispielsweise in nichtüberplanten Innerortsgebieten (§ 34 BauGB), wären die Vorgaben nicht durch Bebauungspläne gegeben, sondern dort müsste sich ein solch kleines Haus oder mehrere solcher Häuser planerisch in das Ortsbild einfügen. Hier ist der Ermessensspielraum und die Umgebungsbebauung relevant und Sie haben hier etwas mehr Chancen, auch einmal eine solche kleinere Hausplanung durchzusetzen.
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Life Design – oder wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?

(Dieser Artikel erschien erstmalig identisch so am 1. April 2014 im früheren Sabine-Hauswirth-Blog)

Zur Zukunftssicherung fällt vielen Menschen nur der Begriff “Altersvorsorge” und “Geld” ein. Ich bin seit dem Jahr 2000 Finanzexpertin und habe von Anfang an einen anderen Blick auf das Thema geworfen. So gehört für mich auch “Gesundheit” – im Prinzip das Allerwichtigste! – und “Glück” (Happiness) sowie “Wissen/Lernen” dazu.

In Zukunft werden wir noch etwas Zusätzliches benötigen, davon bin ich überzeugt: wenn wir die Zeit und die Art anschauen, die noch vor 50 Jahren Menschen berufstätig waren, dann gibt es einen riesigen Unterschied zu heute. Heute sehen die Anforderungen größtenteils technischer aus und perfekter. Was im Laufe einer 50-jährigen Berufstätigkeit (gezählt vom 17. Lebensjahr = Ausbildung bis zum 67. Lebensjahr = Renteneintritt) zu einer starken Inanspruchnahme von Körper, Geist und Seele bedeuten kann.

Ich gehe davon aus, dass die zukünftige Generation sich ihr Lebens-Design gestalten muss, um in 50 Jahren nicht vollkommen zu degenerieren. Damit meine ich: aus dem reinem Funktionieren in einer Gesellschaft, die oft Technik, Shareholder Value über den Menschen stellt, herauszutreten.

Wer sich sein Lebens-Design gestalten will, benötigt Strategien. Und ich denke, das werden neben beruflichen auch ideale Finanzstrategien sein. Wer seine Zukunftssicherung optimal gestalten will, darf sich auch Wohlstand und Fülle wünschen. Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch ein Recht darauf hat. Wie man Wohlstand und Reichtum definiert, ist eine rein subjektive Sache. Ich plädiere für eine Definition, die nicht gesellschaftlicher Art ist. Jeder soll sich wohlfühlen dürfen und genügend zum Leben haben, um glücklich zu sein.
In meiner jahrelangen Berufserfahrung habe ich gelernt, dass es Menschen gibt, die wenig Geld haben und glücklich sind und dass es auch Menschen gibt, die viel Geld haben, aber Existenzängste haben oder unzufrieden sind. Also habe ich mich intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Was brauchen Menschen, um glücklich zu sein? Was ist die Essenz, um aus Existenzängsten herauszutreten?

Ich meine, dass es ein grundlegendes Thema ist: Vertrauen zu haben. Ohne Vertrauen gibt es keine Gegenwart, und keine Zukunft.
Und Zukunft, Vertrauen und Glück sind wohl die am meisten gewünschten Punkte und unser aller Ziel.
Also plädiere ich dafür, zunächst immer erst einmal das Vertrauen zu entwickeln. Dann in das eigene Potenzial, das in uns steckt und das auch unsere Bildung, unsere Expertise, unsere berufliche und persönliche Existenz sichert.
Darüber hinaus finde ich es relevant, dass wir uns dem Thema Geld stellen. Als wichtigste Nebensache der Welt. Und sich damit auseinandersetzen, auch inhaltlich.

Wer mehr davon versteht, fühlt sich dann auch in der eigenen Zukunftssicherung sicherer. Aber: Sicherheit beim Thema Geldanlage gibt es nicht wirklich. Sicherheit kommt zunächst immer von Innen. Nichtsdestotrotz macht Wissen sicherer. Das Wissen um Geldanlage und insbesondere in Zeiten von Banken- und Schuldenkrise macht ein gutes Gefühl – und bringt auch Rendite. Denn wer sich damit auseinandersetzt, lernt die verschiedenen Arten von Geldanlagen kennen, mit denen man sich vielleicht noch nicht gerne auseinandergesetzt hat.

Ich plädiere dafür, sich vermehrt mit guten Sachwerten auseinanderzusetzen:
wer ausschließlich in Immobilien investiert, handelt meines Erachtens unlogisch und betriebswirtschaftlich unklug. Warum nicht einmal sich mit dem Thema Aktien auseinandersetzen? Warum sich nicht mal mit Unternehmensanleihen beschäftigen?
Wer sich auseinandersetzt, reduziert Risiken und erhöht sein Wohlbefinden. Glück ist Knäckebrot. Dafür steht mein Programm als Synomym für “weniger ist mehr”: #Reduktion