Doch warum mehrere Potenziale gleichzeitig bedienen?
Da sage ich nur eines – das ist Geschmacksache. Aber es gibt triftige Gründe, es einmal anders als bisher üblich – wir werden immer zur Spezialisierung gedrängt oder zum nur eine Sache machen, ansonsten mache man es nicht richtig – zu tun und die gängigen Denkmuster über Bord zu werfen.
  1. Die an die eigene Person gebundene Arbeitskraft x Zeit ist ein hinlänglich bekanntes (Zeit-)Problem. Das heißt, wenn ich mein Geschäftsmodell nicht an andere, skalierbare (multiplizierbare) Prozesse ausrichten kann, wird das „Arbeitskraft x Zeit“ ein einfaches Rechenbeispiel: entweder mein Honorar ist so hoch, dass meine Arbeitskraft und damit mein Umsatz meinen Zielen entsprechen kann, oder mein Zeit-Pensum ist überdimensional hoch, wenn das Honorar nicht hoch genug ist.Bei Produkten ist logischerweise der Preis x Absatz-Menge relevant. Genau für dieses „Problem“ der Nicht-Skalierbarkeit habe ich ein reduktives Geschäftsmodell entwickelt, das sowohl Arbeitskraft als auch die Zeit jeweils in Relation setzt, das heißt, unabhängig von der ständigen Präsenz der eigenen Person als Unternehmer(in).
  2. Das Modell bedient Potenzial-Entwicklung, Einkommens-Erzeugung aus mehreren Quellen (auch aus passivem Einkommen als Absicherung von „Lebenslanges Arbeiten“ und der Verkürzung dieser Zeit. Zugleich legt man einen Fokus fest, auf den man sich konzentriert. Die Flexibilität dieses Modells hat zugleich den Vorteil, dass man „Parallelverarbeitung“ von Potenzialen je nach Zeit- und Arbeitsaufwand machen kann. Wenn etwas nicht läuft, passt man damit sein Angebot dem Markt und den eigenen Bedürfnissen an, indem man es nicht gleich aufgeben muss, sondern lediglich den ein oder anderen Satelliten größer oder kleiner werden lässt. Damit bleibt man authentisch, flexibel und transparent zugleich. Das Modell sollte aber immer nach Außen transportiert werden, sodass Kunden auch wissen, mit was und wem sie es zu tun haben. Wer das nicht tun möchte, der transportiert einfach den Hauptsatelliten nach Außen. Es kann der Satellit sein, den man aktuell selbst und fokussiert erbringt, es kann aber auch einer der ausgelagerten Satelliten sein Ich persönlich halte es mit der Transparenz und mache lieber alles sichtbar. So wird man in einer Welt, die Talentismus eher noch merkwürdig findet, besser erkannt und das eigene Angebot ist besser nachvollziehbar.
  3. Dinge ändern sich immer schneller – auch Geschäftsmodelle können sich von heute auf morgen in Luft auflösen (müssen) – mit dem Satellite-Core-Modell nicht. Denn durch die Parallelverarbeitung, sinnvoll geplant und organisiert, werden alle Potenziale bedient. Fällt der Fokus-Satellit weg, kann eines der anderen Satelliten als Fokus weiterentwickelt werden und man fängt nicht von ganz vorne an.
  4. Die Auslagerung, sofern sie wirklich sinnvoll geplant und organisiert ist, benötigt nicht zuviel Zeit. Sie bietet aber die Möglichkeit, nicht nur das eigene Potenzial immer mehr auszubauen und zu verfeinern, sie bietet durch die Auslagerung die Möglichkeit, Einkommen zu generieren, ohne selbst anwesend zu sein. Es gibt mittlerweile viele Möglichkeiten der Auslagerungen, ein Beispiel dafür ist Empfehlungsmarketing. Sinn macht die ganze Sache aber nur, wenn man wirklich für die Dinge, die man mit den Satelliten betreibt, auch “brennt”. Wer nur aus Geld- und Einkommensgründen Satelliten bildet, wird für nicht authentisch und damit unglaubwürdig früher oder später entlarvt.
  5. Die Parallelverarbeitung geschieht natürlich nicht wirklich parallel, also in einer Zeitschiene gleichzeitig im Sinne von Multitasking. Aber parallel bedeutet hier, sein Potenzial und somit seine Satelliten immer in Erinnerung zu haben, quasi verankert zu haben. Wenn sich gute Gelegenheiten bieten, die ausgelagerten Satelliten wieder einmal zu bestücken, dann bemerkt man die sofort und erhält womöglich sofort gute Ergebnisse. Die Parallelverarbeitung ist hier aber auch im Sinne der Neuro-Wissenschaften gedacht: mittlerweile ist bekannt, dass nacheinander bearbeitete, unterschiedliche Dinge, die Neurogenese (Neubildung der Gehirnzellen) dienen und auch der Geschwindigkeit in Bearbeitung und beim Denken. Wer also sein Potenzial, das durchaus unterschiedlich sein kann, so wie bei mir – da gibt es ja immer noch Leute, die finden, so was macht man einfach nicht – bedient, wird in allem irgendwann auch besser und schneller. Gerade bei den ausgelagerten Satelliten, die nicht laufend bedient werden (können). Der Fokus-Satellit ist in der Regel ohnehin der, auf den man am meisten baut, weil man darin die meiste Erfahrung oder Expertise hat. Aber zu glauben, dass man nur noch in der Spezialisierung auf EIN Tätigkeitsfeld, so wie viele Experten immer noch meinem, Ratschläge erteilen zu müssen – das denke ich, ist im Zeitalter der digitalen Transformation und der Zeit der schnellen Veränderung einfach nicht mehr entsprechend angepasst.

Und mit diesem Modell hat man weitere Vorteile:

  1. volles Potenzial als Chance erkennen und nutzen
  2. risikoarme Vorgehensweise, da kaum kapital-intensiv. Kapital ist das eigene Potenzial und Zeit, was natürlich Kapitaleinsatz darstellt
  3. die Satelliten kann man immer wieder „loslassen“, das heißt, sie müssen nicht dauernd bedient werden und erfordern keinen Dauer-Fokus – insbesondere wenn einer der Satelliten nicht mehr funktioniert oder aufgegeben wird, ist man flexibel und kann auf die anderen Satelliten zurückgreifen
  4. die Satelliten erfordern einen Strukturplan, eine individuelle Strategie, in der man festlegt, wie und wann und mit welcher Art und Weise diese Satelliten bedient werden (müssen), damit sie am Laufen gehalten werden
  5. die persönlich erbrachte Leistung, die als Satellit also nicht ausgelagert wird, ist der Fokus, also das, auf was man sich konzentriert: hier wird aktive Aquise und all das, was bei den Satelliten von den GIANTS erbracht wird, selbst erbracht (also Marketing, SEO usw.) – sobald sich ergeben sollte, dass dieser Fokus dauerhaft erfolglos oder erfolgreich ist, kann man sehen, inwieweit die anderen Satelliten dauerhaft bedient werden können oder müssen. Mit diesem Satellite-Core-Modell ist man also extrem flexibel. Auch ein Angestellter/eine Angestellte, kann mit diesem Modell dauerhaft und damit auch dem Szenario „Lebenslanges Arbeiten“ dem eigenen Potenzial Genüge tun. Die eigenständige, persönliche erbrachte Leistung ist in diesem Fall dann das Angestelltsein und die (ausgelagerten) Satelliten werden dann weiteres Potenzial entwickeln lassen.
  6. die Satelliten bieten eine Möglichkeit, langfristig passives Einkommen zu erzielen und dadurch passives Einkommen zu erzeugen. Stichwort dazu ist das von mir so oft besagte „Lebenslange Arbeiten“ – mit diesem Modell sicherlich ein sehr viel angenehmeres Szenario als die harte Realität, wenn man nicht darauf vorbereitet ist.
  7. der Vorteil dieses Modells ist auch, dass einer der Satelliten sich womöglich als nachhaltig so ertragreich ergeben kann, dass es einen der anderen Satelliten „verdrängt“ und gar ersetzt oder dass das persönlich erbrachte Angebot reduziert oder aufgegeben wird. Ziel dieses Modells ist, das Potenzial nicht brach liegen zu lassen, ihm Chancen zu geben, ohne ständig damit zu tun zu haben. Und alles auf einmal selbst, ständig und dauerhaft – das ist klar, das funktioniert nicht. Mit diesem Modell wird dies aber machbar. Ein weiteres Ziel ist, die adaptiv-situative Anpassung von Geschäftsmodellen, die immer mehr erforderlich sind, leichter zu schaffen. Durch Diversifizierung von Chancen ist zugleich Risiko diversifiziert, und Chancen gestreut. Je nachdem, was sich im Laufe der Zeit herausstellt, kann weiterer Ausbau eines Satelliten bedeuten oder anstelle des aktuellen Kerngeschäftes einen Satelliten zu setzen – Markt und Vorlieben entsprechend adaptiv-situativ angepasst.
  8. dieses Modell ist auch für Angestellte möglich – im Sinne meines DYC-Programmes, in dem LIFE MANAGEMENT + REDUKTIONSMANAGEMENT + LIFE DESIGN die Module und die Grundlagen einer neuen Form von Altersvorsorge und Zukunftssicherung sind, kommt dem LIFE MANAGEMENT der Teil zu, der fürs Leben erforderlich ist: Umsatz/Gewinn machen für den Lebensunterhalt bzw. anstatt dessen Gehalt aus Angestelltenverhältnis – Reduktionsmanagement ist die Anpassung des Lebensstandards an die Rahmenbedingungen im Außen/Realität und LIFE DESIGN ist das Modul der Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung. Idealerweise sind alle 3 Module der Selbstbestimmung dienlich, die Realität zeigt aber, dass dies nicht immer möglich ist, daher habe ich die Traumtänzerei sowie Chakka-Vorstellungen aus meinen Programmen herausgelassen. Im Angestelltenverhältnis würde sich also der persönlich ausgeführte Bereich in Form der täglichen Berufssituation darstellen. Und die Satelliten für die Nutzung des eigenen Potenzials zu zusätzlichem Einkommen und/oder zur Selbstverwirklichung.
  9. dieses Modell ist zugleich ein Chancen-Modell: die Satelliten stellen die Möglichkeit dar, Chancen zu nutzen und die Chance für mehr Umsatz und Einkommen zu erzielen.
  10. dieses Modell ermöglicht, einen „step-by-step“-Geschäftsaufbau. Es ist dadurch möglich, schrittweise auf- und auszubauen und nicht alles sofort und auf einmal zu gestalten. Ich nenne das auch „flying company“-Geschäftsmodell. Es entspricht somit den Herausforderungen der heutigen Zeit.

Wichtig bei dieser Art von Modell ist, authentisch zu sein und zu bleiben: also nicht auf Teufel komm raus Satelliten zu betreiben, weil womöglich Umsatz generiert werden kann (eine Garantie gibt es nicht bei den Satelliten – sie sind reine Chancen für passives Einkommen). Bevor ein solches Modell gestaltet wird, sollte zwingend

  1. das eigene Potenzial herausgefunden werden
  2. das Potenzial mit einem FOKUS auf das, was persönlich laufend aktiv angeboten werden soll, erarbeitet werden
  3. ein authentisches Modell, wie alles zusammenhängend dargestellt werden kann, erarbeitet
  4. und dann die Satelliten gefunden und beliefert werden.

Organigramm Sabine Hauswirth 2016

Ganz wichtig bei innovativen Geschäftsmodellen ist es, Althergebrachtes zu hinterfragen und dann auch damit zu brechen. Ich nenne das auch in diesem Zusammenhang nicht „Rulebreaking“, sondern „Upcycling“, entsprechend der Design-Methode: Bestehendes nutzen, Nicht-mehr-Funktionierendes weglassen und etwas vollkommen Neues, auch Abwegiges hinzu gestalten (Innovation).

Nur dann besteht man im Wettbewerb.

Die ganz wesentlichen Punkte hier sind, Probleme generell bei Geschäftsmodellen zu beseitigen

  1. die bestehenden, veralteten Verhalten, sei es das Kaufverhalten oder Nutzungsverhalten (Behavioral Change)
  2. die größten Kostenfaktoren oder -kategorien, die es nicht zwingend benötigt (cost reduction)
  3. negative Auswirkungen des Produkts / der Dienstleistung (Sustainability Effects)
  4. sehr hohe Risiken auf Seiten des Kunden (Risk Management)
  5. unmotivierte, desinteressierte, unflexible Mitarbeiter (Estimee & Talent Management)

Das Szenario „Lebenslanges Arbeiten“ betrifft Unternehmen wie Mitarbeiter und Privatpersonen gleichermaßen. Sich damit einhergehend ein anderes Lebensmodell vorzustellen, fällt aktuell den meisten Menschen noch schwer.

Von hier zum Renteneintritt zu denken, wird irgendwann aber einmal überholt sein. Lebens- und Einkommensmodelle inbegriffen.

Zukunft Gestalten - Design Yourself II/